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Unsere Partei hat ihren 100. Jahrestag, so auch der Spartakusaufstand, der unter der Führung der KPD stattfand und in dessen Folge Karl und Rosa von Freikorps-Faschisten im Auftrage Noskes ermordet worden sind. Statt hier die allseits bekannte Geschichte dessen darzulegen, möchte ich mich eher auf das konzentrieren, was den allermeisten noch unbekannt ist: Der Leninisierungs-Prozess von Karl und Rosa.

Dieser Artikel wird sich also in drei Teile gliedern: Die Leninisierung Karl Liebknechts; Die Leninisierung Rosa Luxemburgs; Die Auswirkungen auf die KPD.

Vorab möchte ich noch sagen etwas sagen, bevor es wegen der Überschrift zu einem Missverständnis kommt: Ich behaupte nicht, dass Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg zu vollwertigen Leninisten geworden sind bis zu ihrem Tode, sondern viel mehr noch auf dem Weg dahin waren. Ich möchte hier also den Prozess darlegen, der seit der Oktoberrevolution bei ihnen ablief (bei Rosa sogar unter sehr krassen Widersprüchen anfangs), und durch ihren Tod abgebrochen wurde.

Die Leninisierung Karl Liebknechts

Es ist wenig bekannt, dass Karl Liebknecht auch ein durchaus beachtenswerter Theoretiker des Marxismus war. Meist sind bloß „Militarismus und Antimilitarismus“ oder sein letzter Artikel „Trotz alledem“ im Fokus und sonst liegt vieles im Dunkeln verborgen. Man kann sagen, im Dunkel der Gefängniszelle verborgen, denn Liebknechts Gefängnisschriften sind sehr interessante Quellen für seine Ansichten, welche sonst wohl verborgen geblieben wären, und natürlich für den Prozess der Leninisierung ab der Oktoberrevolution.

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