DIE ROTE FRONT

Kommunistisches Theorieorgan

Kategorie: Mihály Wubulixi (L.M.) (Seite 1 von 2)

Räteungarn im Kampfe gegen die Reaktion

“Es lebe die Weltrevolution” steht auf dem Demstrationsbanner.

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Die Räterepublik Ungarn bestand vom 21. März bis zum 1. August 1919, dies jährt sich also in diesem Jahre zum 100. Male. Diesem Jubiläum ist dieser Artikel gewidmet und wird einen Abriss der Geschichte Räteungarns darlegen. Die Ausführungen werden kurz darauf eingehen, was in der Zeit ab der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution geschah bis zur bürgerlichen Revolution in Ungarn, während der Károlyi-Regierung und anschließend der Ungarischen Räterepublik, samt ihrer Niederschlagung, geschah. Als Abschluss werde ich einige Lehren aus den Geschehnissen ziehen, welche noch heute von Wert sind.

Zu Beginn jedes Kapitels werde ich ein Zitat aus den Gedichten von Endre Ady anführen. Ady war ein revolutionärer sozialistischer Dichter, dem es nicht mehr vergönnt war, die Ungarische Räterepublik mitzuerleben, denn er verstarb im Januar 1919 nach längerer Krankheit. Seine Gedichte sind voller revolutionärem Tatendrang und sehr passend als Begleitung zum Weg der ungarischen sozialistischen Revolution von 1919.

Von der Oktoberrevolution bis zum Zusammenbruch Österreich-Ungarns

Wir stehn noch still und rennen schon in unsre Revolution!“1 – Endre Ady

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Warum die Kritik am Geldsystem nicht genug ist

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Sicherlich haben viele schon mal von der kleinbürgerlichen Kritik am Geldsystem gehört, bei welcher alle Probleme des Kapitalismus auf den Zins abgeschoben werden. Man kann nicht sagen, dass diese völlig unrecht haben, jedoch muss man klar sagen, dass diese Kritik nicht den Kern trifft. Sie fragen nämlich nicht „Warum ist es überhaupt möglich Zinsen zu nehmen?“ bzw. „Woher kommt der Zins eigentlich?“.

Was ist der Zins?

Die Aufregung über den Zins kommt wohl daher, weil diese die offensichtlichste und parasitärste Form der Ausbeutung darstellt. Karl Marx schrieb schon im dritten Band des „Kapitals“ darüber: Der Wucher zentralisiert Geldvermögen, wo die Produktionsmittel zersplittert sind. Er ändert die Produktionsweise nicht, sondern saugt sich an sie als Parasit fest und macht sie miserabel. Er saugt sie aus, entnervt sie und zwingt die Reproduktion, unter immer erbärmlichern Bedingungen vorzugehn. Daher der populäre Haß gegen den Wucher […]1 Die Formel des Profits aus Verleihzinsen ist G – G´2, wobei G für Geld steht, das als Kapital am Anfang des Prozesses eingebracht wurde und G´ für G + g, was das eingebrachte Kapital zusammen mit dem eingefahrenen Profit darstellt. Wenn man beispielsweise 10€ als G für 10% Zinsen verleiht wäre G´ 11€. Hieraus erklären sich auch sogenannte „Volksweisheiten“, wie „Man lässt das Geld für sich arbeiten.“. Aber ist das wirklich so? Schöpft man tatsächlich „Geld aus Geld“ oder steckt da mehr hinter? Letzteres ist der Fall. Stellen wir uns also die Frage: Woher kommt g, der Zinsprofit?

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Wie real ist der Sozialfaschismus?

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Heutzutage wird der Sozialfaschismus kaum noch thematisiert und für die Vergangenheit allgemein negiert. Ist der heutige Status quo korrekt? Was hat es mit dem Sozialfaschismus auf sich? Was für Auswirkungen hat dieser Themenkomplex noch heute? Diese Fragen werde ich beantworten.

Der heutige Status quo

Der heutige Status quo ist, dass man verneint, dass der Sozialfaschismus existiert. Dies hat seine Wurzeln in späteren Unterschätzungen in der DDR, soweit ich herausfinden konnte, während der Honecker-Ära. In den Anmerkungen zu Werksammlungen, welche nach 1971 erscheinen sind, wird die Sozialfaschismus-These völlig abgelehnt. Von diesen werde ich hier einige Beispiele anführen. Erstes Beispiel: Band IV der „Gesammelten Reden und Schriften“ von Wilhelm Pieck. In einer Anmerkung wird zurückgewiesen, dass die Nutzung des Reichsbanners zum Streikbruch und zu Angriffen auf Kommunisten eine Charakteristik des Sozialfaschismus sei und es wird auf Wilhelm Piecks Rede auf der Brüsseler Parteikonferenz 1935 verwiesen1. Weiterlesen

Stimmen aus der Vergangenheit – Zum Niedergang der SPD

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Die „Volkspartei“ SPD geht zugrunde. Im Wahlkampfjahr 2017 wurde sie doch von den bürgerlichen Medien in höchsten Tönen belobigt, welche den „Schulz-Effekt“ erfanden, den es so nie gegeben hat und man SPD sich als eine Art „alternative innerhalb der Regierung“ verkaufte, indem es anfangs (wie übrigens auch wie Jahre 2013) hieß, dass man keine Neuauflage der Großen Koalition wolle und letztendlich sich doch in das Pöstchengerangel stürzte Anfang diesen Jahres. In diesem Jahr holte die Realität die SPD ein. Von Umfragetief, zu Umfragetief, wie bei einem Fass ohne Boden. In der Bundestagswahl erhielt sie 20,5%1 der Stimmen. Lag die SPD im Februar diesen Jahres Umfragen zufolge noch bei 16%2, so ist sie Anfang Dezember auf 13,5%3 herabgesunken. Also innerhalb von etwas über einem Jahr seit der Bundestagswahl und grade einmal neun Monate seit dem Zusammentreten der neuen Großen Koalition büßte die SPD also ungefähr ein Drittel des Wahlergebnisses in den Umfragen ein.

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„Sozialismus in den Farben der DDR“ – Über den Revisionismus Erich Honeckers – Überarbeitete Version

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Vorwort 1

Diesem Thema wurde aus meiner Sicht jahrzehntelang nicht die notwendige Aufmerksamkeit ge­widmet. Womöglich lag das daran, dass Erich Honecker nach 1990 Mitglied der KPD war und man aus gewissen persönlichen Gründen keine Kritik an ihm üben wollte. Was auch immer die Gründe nun gewesen sein mögen, für einen Marxisten hat nur die objektive Realität Gültigkeit und keine subjektiven Wünsche, keine persönlichen Kungeleien. Mit dieser Überzeugung werde ich auch die­ses Thema behandeln.

Kritik muss an allem geübt werden, um es beurteilen zu können. Ein Fetisch, den man nicht kritisie­ren darf, dürfte jedem, der den dialektischen Materialismus verstanden hat, unbekannt sein. Da ist auch Erich Honecker keine Ausnahme, trotz seines Parteibuches, trotz seiner Lippenbekenntnisse zum Sozialismus. Was letztendlich zählt bei der Bewertung einer Person sind primär die Taten, nicht die Worte.

Zur Form dieses Artikels: Dieser Artikel wird neben einem Abschnitt zur Zeit vor 1971 hauptsächlich die Jahre 1971 bis 1989/90 behandeln, also die Honecker-Ära. Die chronologische Abfolge der Ka­pitel orientiert sich an den Parteitagen der SED. Ausnahme bilden die Kapitel über Honeckers Ver­hältnis zum Maoismus und den „Sozialismus in den Farben der DDR“. Zum Inhalt des Artikels: Der Artikel befasst sich mit der revisionistischen Verwandlung der SED, an der Erich Honecker maßge­benden Einfluss hatte, samt der Anhängerschaft seiner Clique1. Also sei, aufgrund seiner führenden Rolle, der Name Honecker nicht bloß als Einzelperson verstanden, sondern auch als pars pro toto („Ein Teil der für das Ganze steht“).

Nun, genug der Worte vorab – jetzt geht es zur Sache!

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Das Fallen der Maske – Nochmals über Sascha313

Über die Entlarvung des Renegaten Hu Feng schrieb Mao Tsetung einst: „Was falsch ist, bleibt falsch: Die Maske muß herunter.“1 Auch bei Sascha313 musste die Maske fallen und seine Falschheit sich offenbaren. Letztes Mal ging es um seine Rumpelstilzchen-Attitüde zum Artikel über den Revisionismus der Honecker-Ära, zu dem seitdem von seiner Seite auch keinerlei Eigenrecherche geschehen ist, sondern bloß weitere Verleumdungen bis hin zur Behauptung, dieser sei eine „Erfindung“. Das würde stimmen, wenn er damit meinen würde, dass es sich dabei nicht um eine Erfindung unsererseits, sondern von Erich Honecker und co handelt. Aber darum geht es hier heute nicht noch einmal, denn zu diesem Thema wurde alles gesagt und von Saschas Seite kam von Beginn an nur heiße Luft. Angemerkt sei nur, dass er bestreitet, dass die SED eine revisionistische Partei geworden ist. Dazu beschwört er gerne Kurt Gossweiler als eine Art Abgott, aus dem Kontext gerissen, wenn es in sein eigenes, realitätsfremdes Schema passt, unterschlägt jedoch, dass Gossweiler die SED nach 1970 durchaus als eine revisionistische Partei sah und den inneren Zersetzungsprozess, die Sozialdemokratisierung, relativ ausführlich beschrieb2. Genug davon.

Heute geht es um ein viel tieferes Problem: Die Weltanschauung Saschas. In ähnlicher Manier wie den Honecker-Artikel attackiert er auch unseren Artikel über die Leninisierung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, bezichtigt uns, dass dieser Artikel „reich an Worthülsen“ sei und „aus dem Zusammenhang gerissene Pseudo-Fakten“ beinhalte und „im selben Stil“ sei, wie der Artikel über den Honecker-Revisionismus, obwohl dieser Artikel (oh Wunder!) keinen einzigen Satz über die DDR enthält, das wohlgemerkt in einem einzigen Satz und ohne Belege. Deshalb schrieb er entsprechend „wohlinformiert“: Der Autor ganz [sollte wohl „kann“ bedeuten; L. M.] sich der Freude und Zustimmung der DDR-Aufarbeitungsindustrie sicher sein.“ Welch ein Meisterhirn, welch ein Alleswisser! Er braucht offenbar keinerlei Analyse, sondern muss nur mal ein „Machtwort“ sprechen, damit alle sich willenlos seinem Geschwätz unterordnen, so zumindest, wenn es ihm nach ginge. Glücklicherweise gibt es auf der Welt auch Menschen, die ihr Köpfchen zum denken benutzen können, statt in diesem bloß Stuß zusammenzubrauen.

Eine Darlegung der Erkenntnistheorie unter Berücksichtigung von Saschas Fehlern

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Die Leninisierung Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs – Zum 100. Jahrestag der Gründung der KPD und des Spartakusaufstandes

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Unsere Partei hat ihren 100. Jahrestag, so auch der Spartakusaufstand, der unter der Führung der KPD stattfand und in dessen Folge Karl und Rosa von Freikorps-Faschisten im Auftrage Noskes ermordet worden sind. Statt hier die allseits bekannte Geschichte dessen darzulegen, möchte ich mich eher auf das konzentrieren, was den allermeisten noch unbekannt ist: Der Leninisierungs-Prozess von Karl und Rosa.

Dieser Artikel wird sich also in drei Teile gliedern: Die Leninisierung Karl Liebknechts; Die Leninisierung Rosa Luxemburgs; Die Auswirkungen auf die KPD.

Vorab möchte ich noch sagen etwas sagen, bevor es wegen der Überschrift zu einem Missverständnis kommt: Ich behaupte nicht, dass Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg zu vollwertigen Leninisten geworden sind bis zu ihrem Tode, sondern viel mehr noch auf dem Weg dahin waren. Ich möchte hier also den Prozess darlegen, der seit der Oktoberrevolution bei ihnen ablief (bei Rosa sogar unter sehr krassen Widersprüchen anfangs), und durch ihren Tod abgebrochen wurde.

Die Leninisierung Karl Liebknechts

Es ist wenig bekannt, dass Karl Liebknecht auch ein durchaus beachtenswerter Theoretiker des Marxismus war. Meist sind bloß „Militarismus und Antimilitarismus“ oder sein letzter Artikel „Trotz alledem“ im Fokus und sonst liegt vieles im Dunkeln verborgen. Man kann sagen, im Dunkel der Gefängniszelle verborgen, denn Liebknechts Gefängnisschriften sind sehr interessante Quellen für seine Ansichten, welche sonst wohl verborgen geblieben wären, und natürlich für den Prozess der Leninisierung ab der Oktoberrevolution.

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Zur Frage des Klassencharakters des heutigen China

Eine Antwort an L. B.

Einleitung

Der nachfolgende Text ist der Rumpfteil einer Antwort auf eine Email von L. B. (der Rumpfteil seiner Email befindet sich im Anhang des Artikels), die bei uns bezüglich des Artikels zum Revisionismus der Honecker-Ära einging. Deshalb geht der Anfang nochmal kurz auf diesen Artikel ein und wiederholt letztendlich nur, was man bereits im Artikel nachlesen kann. Der eigentliche Hauptteil behandelt den Klassencharakter des heutigen China. Da dieser eine relativ ausführliche Analyse beinhaltet, wird diese Antwort-Email anonymisiert als Artikel veröffentlicht.

Kurze Anmerkungen zu Honecker

Du fragst „mit welchem Recht“ ich über den Revisionismus Erich Honeckers spreche? Mit dem „Recht“ eines Marxisten die objektive Realität zu analysieren. Seit wann ist der Diskurs zwischen Genossen auf solche kleinbürgerliche Fragen nach „Rechten“ heruntergebrochen? Naja, egal, das ist nebensächlich.

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Robert Blum zum Gedenken

Am 9. November jährt sich die Ermordung des bürgerlich-demokratischen Revolutionärs der 1848er Revolution zum 170. Male.

Einleitendes

Die 1848er Revolution ist so bekannt und doch so vergessen. Der Grund liegt wohl darin, dass diese scheiterte und zwar durch zweierlei Hauptursachen: 1. Die Großbourgeoisie suchte einen Ausgleich mit den Feudalherren (primär aus der Furcht vor der Arbeiterklasse, welche ihre Forderungen zu stellen begann); sie war somit als führende Klasse nicht mehr konsequent revolutionär gegen den Feudalismus. 2. Aufgrund der Niederschlagung durch die Konterrevolution. Deshalb wohl degradierte Walter Ulbricht diese Revolution und was damit zusammenhängt zur „halben Revolution“1; im Kontrast dazu ist es die Bourgeoisie, die diese Revolution deshalb schlechtredet, weil es eben eine Revolution gewesen ist. Zu Letzterem sei gesagt, dass dies der reaktionäre Standpunkt der Großbourgeoisie ist. Im Gegensatz dazu stellte der damalige Vorsitzende der LDPD Wilhelm Külz in seiner Rede zum damals 100. Jahrestag der 1848er Revolution fest: „Die Geschichte der Menschheit zeigt, daß entscheidende Fortschritte der Menschheitsentwicklung oft nicht im organischen Werden, sondern im revolutionären Sturmlauf erzielt worden sind […].“2 Es ist also bloß die Großbourgeoisie, welche die Revolutionen verteufelt, aus Angst vor der proletarischen Revolution; selbst Kleinbürger, die sich ehrlich Kenntnisse der Geschichte aneignen, erkennen die Notwendigkeit der Revolution an, wie sich hier zeigt. Zu Ersterem sagte Walter Ulbricht: „Das deutsche Bürgertum brachte nicht einmal den Mut auf, fortschrittliche bürgerliche Kräfte in die Regierung zu wählen.“3 Diese Einschätzung ist nicht richtig, auch wenn man sie als weitestgehend richtig bezeichnen kann.

Es gab nämlich auch wahrlich revolutionäre Männer wie Robert Blum.

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Wenn die Argumente fehlen – Über Sascha313

Seit ein paar Wochen erreichen uns Zuschriften verschiedener Art, entweder als Email oder als Kommentare, zum Artikel über den Revisionismus der Honecker-Ära. Bisher waren zumeist fehlerhafte Ansichten dabei, aber immerhin wurde versucht zu argumentieren. Zumindest bis auf ein Rumpelstilzchen: Sascha313.

Die nachstehend z.T. angeführten Kommentare von Sascha313 bringen wir der Vollständigkeit halber nach unseren Ausführungen in ihrer Gänze.
Wer unsere Veröffentlichungen kontinuierlich verfolgt, weiß, dass wir die Leistungen der DDR und die DDR selbst in unseren Beiträgen als das Beste, was die deutsche Arbeiterklasse bisher erreicht hat, würdigen. Eine Niederlagenanalyse muss aber notwendiger Weise stattfinden. Weiterlesen

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