DIE ROTE FRONT

Kommunistisches Theorieorgan

Der Klassenkampf im Sozialismus und der Renegat Hoxha

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Der Titel des Artikels lehnt sich bewusst an Lenins „Die proletarische Revolution und der Renegat Kautsky“ an, denn es besteht eine Analogie zwischen Karl Kautsky und Enver Hoxha: Der Erstere negierte 1918 die sozialistische Revolution, obwohl er vormals um 1905 diese noch vertrat und bei Zweiterem handelt es sich um den Klassenkampf im Sozialismus, den er in den 60er Jahren und noch Anfang der 70er vertrat, aber ab den späten 70ern verneinte. Die Negierung in Verbindung mit der Verleumdung Mao Tsetungs, da dieser die Theorie des Klassenkampfes im Sozialismus Lenins wiederentdeckte und weiterentwickelte, verschriftlichte Hoxha hauptsächlich in seinem Werk „Imperialismus und Revolution“ von 1978, welches die Hauptquelle dafür sein wird.

Bemerkungen vorab

Enver Hoxha hetzt in seinem Buch „Imperialismus und Revolution“ nicht nur gegen den Klassenkampf im Sozialismus, sondern stellt auch wirre Behauptungen auf, wie, dass China zu keiner Zeit den Sozialismus aufgebaut habe und dass man bei Mao all dies nachlesen könne. Schlägt man seine Zitate wirklich bei Mao nach, so fällt auf, dass er aus dem Kontext zitierte und oftmals ganze Seiten zwischen den zitierten Worten sich befinden, es also völlig sinnentstellt wurde. In manchen Fällen lässt er Maos Ausführungen über den Sozialismus aus und führt nur die Ausführungen zur Neuen Demokratie an und behauptet dann, Mao habe nie über den Sozialismus gesprochen. Dies hier darzulegen würde den abgesteckten Rahmen des Artikels sprengen, deshalb sei hier auf einen Artikel in Englisch verwiesen, der eben das darlegt1.

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Räteungarn im Kampfe gegen die Reaktion

“Es lebe die Weltrevolution” steht auf dem Demstrationsbanner.

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Die Räterepublik Ungarn bestand vom 21. März bis zum 1. August 1919, dies jährt sich also in diesem Jahre zum 100. Male. Diesem Jubiläum ist dieser Artikel gewidmet und wird einen Abriss der Geschichte Räteungarns darlegen. Die Ausführungen werden kurz darauf eingehen, was in der Zeit ab der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution geschah bis zur bürgerlichen Revolution in Ungarn, während der Károlyi-Regierung und anschließend der Ungarischen Räterepublik, samt ihrer Niederschlagung, geschah. Als Abschluss werde ich einige Lehren aus den Geschehnissen ziehen, welche noch heute von Wert sind.

Zu Beginn jedes Kapitels werde ich ein Zitat aus den Gedichten von Endre Ady anführen. Ady war ein revolutionärer sozialistischer Dichter, dem es nicht mehr vergönnt war, die Ungarische Räterepublik mitzuerleben, denn er verstarb im Januar 1919 nach längerer Krankheit. Seine Gedichte sind voller revolutionärem Tatendrang und sehr passend als Begleitung zum Weg der ungarischen sozialistischen Revolution von 1919.

Von der Oktoberrevolution bis zum Zusammenbruch Österreich-Ungarns

Wir stehn noch still und rennen schon in unsre Revolution!“1 – Endre Ady

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Warum die Kritik am Geldsystem nicht genug ist

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Sicherlich haben viele schon mal von der kleinbürgerlichen Kritik am Geldsystem gehört, bei welcher alle Probleme des Kapitalismus auf den Zins abgeschoben werden. Man kann nicht sagen, dass diese völlig unrecht haben, jedoch muss man klar sagen, dass diese Kritik nicht den Kern trifft. Sie fragen nämlich nicht „Warum ist es überhaupt möglich Zinsen zu nehmen?“ bzw. „Woher kommt der Zins eigentlich?“.

Was ist der Zins?

Die Aufregung über den Zins kommt wohl daher, weil diese die offensichtlichste und parasitärste Form der Ausbeutung darstellt. Karl Marx schrieb schon im dritten Band des „Kapitals“ darüber: Der Wucher zentralisiert Geldvermögen, wo die Produktionsmittel zersplittert sind. Er ändert die Produktionsweise nicht, sondern saugt sich an sie als Parasit fest und macht sie miserabel. Er saugt sie aus, entnervt sie und zwingt die Reproduktion, unter immer erbärmlichern Bedingungen vorzugehn. Daher der populäre Haß gegen den Wucher […]1 Die Formel des Profits aus Verleihzinsen ist G – G´2, wobei G für Geld steht, das als Kapital am Anfang des Prozesses eingebracht wurde und G´ für G + g, was das eingebrachte Kapital zusammen mit dem eingefahrenen Profit darstellt. Wenn man beispielsweise 10€ als G für 10% Zinsen verleiht wäre G´ 11€. Hieraus erklären sich auch sogenannte „Volksweisheiten“, wie „Man lässt das Geld für sich arbeiten.“. Aber ist das wirklich so? Schöpft man tatsächlich „Geld aus Geld“ oder steckt da mehr hinter? Letzteres ist der Fall. Stellen wir uns also die Frage: Woher kommt g, der Zinsprofit?

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Wie real ist der Sozialfaschismus?

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Heutzutage wird der Sozialfaschismus kaum noch thematisiert und für die Vergangenheit allgemein negiert. Ist der heutige Status quo korrekt? Was hat es mit dem Sozialfaschismus auf sich? Was für Auswirkungen hat dieser Themenkomplex noch heute? Diese Fragen werde ich beantworten.

Der heutige Status quo

Der heutige Status quo ist, dass man verneint, dass der Sozialfaschismus existiert. Dies hat seine Wurzeln in späteren Unterschätzungen in der DDR, soweit ich herausfinden konnte, während der Honecker-Ära. In den Anmerkungen zu Werksammlungen, welche nach 1971 erscheinen sind, wird die Sozialfaschismus-These völlig abgelehnt. Von diesen werde ich hier einige Beispiele anführen. Erstes Beispiel: Band IV der „Gesammelten Reden und Schriften“ von Wilhelm Pieck. In einer Anmerkung wird zurückgewiesen, dass die Nutzung des Reichsbanners zum Streikbruch und zu Angriffen auf Kommunisten eine Charakteristik des Sozialfaschismus sei und es wird auf Wilhelm Piecks Rede auf der Brüsseler Parteikonferenz 1935 verwiesen1. Weiterlesen

Stimmen aus der Vergangenheit – Zum Niedergang der SPD

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Die „Volkspartei“ SPD geht zugrunde. Im Wahlkampfjahr 2017 wurde sie doch von den bürgerlichen Medien in höchsten Tönen belobigt, welche den „Schulz-Effekt“ erfanden, den es so nie gegeben hat und man SPD sich als eine Art „alternative innerhalb der Regierung“ verkaufte, indem es anfangs (wie übrigens auch wie Jahre 2013) hieß, dass man keine Neuauflage der Großen Koalition wolle und letztendlich sich doch in das Pöstchengerangel stürzte Anfang diesen Jahres. In diesem Jahr holte die Realität die SPD ein. Von Umfragetief, zu Umfragetief, wie bei einem Fass ohne Boden. In der Bundestagswahl erhielt sie 20,5%1 der Stimmen. Lag die SPD im Februar diesen Jahres Umfragen zufolge noch bei 16%2, so ist sie Anfang Dezember auf 13,5%3 herabgesunken. Also innerhalb von etwas über einem Jahr seit der Bundestagswahl und grade einmal neun Monate seit dem Zusammentreten der neuen Großen Koalition büßte die SPD also ungefähr ein Drittel des Wahlergebnisses in den Umfragen ein.

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Die Aufkündigung der Kooperation

übernommen von Dagmar Henn via Facebook

 

Wenn in Frankreich eine Polizeigewerkschaft erklärt, sie träte in den unbefristeten Streik, und gleichzeitig zumindest das Gerücht kursiert, dieses Wochenende sei es nicht mit einer Demonstration getan, sondern ab Montag werde Frankreich stillgelegt, dann hat eine Regierung ernste Schwierigkeiten.

Denn ein Teil der bewaffneten Gewalt hat bereits erklärt, “rettet euren Arsch doch selbst”.

Und, wonach riecht das?

Die Philisterlinken, wie Riexinger (ich mag Bernd das Brot zu sehr, um diesen Spitznamen zu übernehmen, auch wenn das Sauertöpfische dieser Figur zu Riexinger passt), sind längst in heiligen Zorn verfallen ob der mangelnden programmatischen Klarheit und der Gewaltbereitschaft der Massen.

Aber ich gebe zu, ich beginne innerlich zu jubeln. Auch wenn ich es bedauere, dass die Fackel der Freiheit im Westen Europas stets am selben Ort entzündet werden muss, ja, ihr erstes Glimmen ist schon eine Befreiung.

Es sieht aus, als erwachte die Seele des französischen Volkes.

Und ganz ehrlich, bei allem Gelalle über die womöglich rassistischen Beteiligten – nichts schafft mehr Brüderlichkeit als ein gemeinsam vollbrachter Umsturz. Diese geteilte Erfahrung, das erlebte gemeinsame Interesse ist mehr wert als tausend Sonntagspredigten über ‘antirassistische Werte’.

Ja, das Frankreich, das da erstehen könnte, hat viele Wurzeln. Und ist zugleich zutiefst französisch. Aus der Revolution, und nur aus dieser, wird der Citoyen geboren.

Nachtrag: eine französische FB-Freundin berichtete gerade, seit gestern wären immer wieder Militärfahrzeuge in Richtung Paris unterwegs. Ihre eigene Beobachtung.

Nun, wenn 80% der Bevölkerung hinter der Bewegung stehen, könnte es auch mit dem Militär eng werden.

Die Linke und das Volk

übernommen von Dagmar Henn via Facebook

Das angesprochene Video ist via Facebook erreichbar.

Diese aktuellen Aufnahmen zeigen, warum es ein wichtiger Punkt in der Strategie der Herrschenden ist, der Linken das Wort ‘Volk’ abzugewöhnen.

In seiner ursprünglichen Bedeutung, die es in den Klassenkämpfen des Feudalismus erhielt, ist das Volk die Gesamtheit all jener, die nicht der herrschenden Klasse angehören. Das Volk gegen den Adel, das Volk gegen die Obrigkeit… es war also keineswegs ein über den Klassen stehender Begriff, der dazu genutzt werden konnte, Widersprüche zu verdecken.

Weil dieser Begriff so zentral war, wurde er von der bürgerlichen Herrschaft dann mit nationalistischem Pathos übertüncht. Es ist also mitnichten so, dass man, verwendet man dieses Wort, auf etwas bürgerlich-nationalistisches zurückgreift, sondern man setzt ein Wort wieder in seine ursprüngliche Bedeutung des ‘Unten’ gegen ‘Oben’.

Wichtig wird diese Bedeutung als konkret wahrnehmbare Wirklichkeit an einem entscheidenden Punkt – der Haltung der bewaffneten Macht. So, wie Herrschaft vor allem auf Kooperation und nur ergänzend auf Gewalt beruht, so ist die Aufkündigung der Kooperation auf breiter Front meist von einer Auflösung der bewaffneten Macht begleitet. Denn es sind ja nie die Herrschenden selbst, die die Gewalt ausüben, sondern von ihnen beauftragte Angehörige eigentlich gegnerischer Klassen.

Nur wenn die Frage aufgeworfen wird, ‘gehörst du zu uns oder zu denen’, wird die bewaffnete Macht fragil. Der Kern jeder Revolution, der Kern jeder grundsätzlichen Veränderung gesellschaftlicher Macht ist dieses Wegbrechen der Kooperation bis in die Ränge des Apparats selbst.

In diesen Videos verkörpert in der einfachen Geste abgenommener Helme.

Ja, es braucht den Begriff der Klasse, die Wahrnehmung und Umsetzung ihrer objektiven Interessen; es braucht aber auch den Begriff des Volkes, um die nötige Bündnisbreite herzustellen. Indem vielen Linken erfolgreich eingetrichtert wurde, auf dieses Wort, auch auf den Gedanken, zu verzichten, wurde ihnen ein Werkzeug genommen, das für Situationen wie jene in diesen Videos unverzichtbar ist. Wenn man sich dieses Werkzeug nehmen lässt, ist man keine Gefahr mehr für die Herrschenden.

Was ist der ideelle Gesamtkapitalist?

Nachdem, wie das unten stehende Zitat beweist, der einzelne Kapitalist dumm ist wie Brot, vor allem, was die Gesamtkonsequenzen seines Profitinteresses angeht, ist der Kapitalismus für sein Funktionieren darauf angewiesen, dass sich irgendwo das langfristige Gesamtinteresse der herrschenden Klasse abbildet.
In diesem Fall müsste der ideelle Gesamtkapitalist auf die charmante Aussage des Herrn erwidern, nun gut, dann gibt es eben auch keine Intensivversorgung für deine Kinder, sollten sie sie mal benötigen. Denn dummerweise muss sich auch das Pflegepersonal dort die Wohnungen leisten können, so wie die Müllmänner, die deinen Dreck abholen, die Straßenbauarbeiter, die dafür sorgen, dass die Achse deines SUV nicht im Schlagloch bricht, oder dass die Leuchtmittel in den Straßenlaternen vor deinem Haus ausgetauscht werden.
Und jetzt wenden wir uns der deutschen Wirklichkeit zu. Normalerweise ist es der politische Apparat des bürgerlichen Parlaments, der dazu dient, die jeweils einander widersprechenden Gewinnerzielungsabsichten innerhalb der Kapitalistenklasse irgendwie so hinzubiegen, dass sie möglichst wenig Schaden für die Funktion des Ganzen anrichten.
Um mehr geht es nie, als um Schadensbegrenzung.
Nur, dass diese Schadensbegrenzung nicht mehr funktioniert. Wir müssen uns nur den Zustand der Straßen ansehen, um das zu erkennen – ein Land, dessen Wirtschaft überwiegend für den Export produziert, braucht gut funktionierende Verkehrswege. Der gewöhnliche bürgerliche Politiker müsste auf das Verlangen der Kapitalisten, hier weniger Geld auszugeben, damit beispielsweise ein privatisiertes Gesundheitssystem möglich ist (das weniger leistet, aber mehr kostet), nüchtern antworten: wenn du dann deine Exporte mit dem Eselskarren aus dem Land bringen willst, gern.
Politiker, die sich von Konzernherren erklären lassen, wie Politik gemacht wird, haben nicht einmal ihre Rolle im Kapitalismus verstanden. Sie können diese Rolle nicht mehr erfüllen.
Hier rede ich mitnichten von den Interessen der Bevölkerung. Hier rede ich von den Interessen des Kapitals selbst. Die gegenwärtige debil-servile Meute an Politdarstellern versagt selbst bei jener Aufgabe, die sie im Interesse der herrschenden Klasse zu erfüllen hätte.
Das Problem dabei ist, je schlechter die bürgerliche Demokratie bei der Erzeugung des ideellen Gesamtkapitalisten ist, desto näher liegt es für die Herrschenden, den ganzen Zirkus gleich einzusparen.

Das Fallen der Maske – Nochmals über Sascha313

Über die Entlarvung des Renegaten Hu Feng schrieb Mao Tsetung einst: „Was falsch ist, bleibt falsch: Die Maske muß herunter.“1 Auch bei Sascha313 musste die Maske fallen und seine Falschheit sich offenbaren. Letztes Mal ging es um seine Rumpelstilzchen-Attitüde zum Artikel über den Revisionismus der Honecker-Ära, zu dem seitdem von seiner Seite auch keinerlei Eigenrecherche geschehen ist, sondern bloß weitere Verleumdungen bis hin zur Behauptung, dieser sei eine „Erfindung“. Das würde stimmen, wenn er damit meinen würde, dass es sich dabei nicht um eine Erfindung unsererseits, sondern von Erich Honecker und co handelt. Aber darum geht es hier heute nicht noch einmal, denn zu diesem Thema wurde alles gesagt und von Saschas Seite kam von Beginn an nur heiße Luft. Angemerkt sei nur, dass er bestreitet, dass die SED eine revisionistische Partei geworden ist. Dazu beschwört er gerne Kurt Gossweiler als eine Art Abgott, aus dem Kontext gerissen, wenn es in sein eigenes, realitätsfremdes Schema passt, unterschlägt jedoch, dass Gossweiler die SED nach 1970 durchaus als eine revisionistische Partei sah und den inneren Zersetzungsprozess, die Sozialdemokratisierung, relativ ausführlich beschrieb2. Genug davon.

Heute geht es um ein viel tieferes Problem: Die Weltanschauung Saschas. In ähnlicher Manier wie den Honecker-Artikel attackiert er auch unseren Artikel über die Leninisierung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, bezichtigt uns, dass dieser Artikel „reich an Worthülsen“ sei und „aus dem Zusammenhang gerissene Pseudo-Fakten“ beinhalte und „im selben Stil“ sei, wie der Artikel über den Honecker-Revisionismus, obwohl dieser Artikel (oh Wunder!) keinen einzigen Satz über die DDR enthält, das wohlgemerkt in einem einzigen Satz und ohne Belege. Deshalb schrieb er entsprechend „wohlinformiert“: Der Autor ganz [sollte wohl „kann“ bedeuten; L. M.] sich der Freude und Zustimmung der DDR-Aufarbeitungsindustrie sicher sein.“ Welch ein Meisterhirn, welch ein Alleswisser! Er braucht offenbar keinerlei Analyse, sondern muss nur mal ein „Machtwort“ sprechen, damit alle sich willenlos seinem Geschwätz unterordnen, so zumindest, wenn es ihm nach ginge. Glücklicherweise gibt es auf der Welt auch Menschen, die ihr Köpfchen zum denken benutzen können, statt in diesem bloß Stuß zusammenzubrauen.

Eine Darlegung der Erkenntnistheorie unter Berücksichtigung von Saschas Fehlern

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Die Leninisierung Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs – Zum 100. Jahrestag der Gründung der KPD und des Spartakusaufstandes

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Unsere Partei hat ihren 100. Jahrestag, so auch der Spartakusaufstand, der unter der Führung der KPD stattfand und in dessen Folge Karl und Rosa von Freikorps-Faschisten im Auftrage Noskes ermordet worden sind. Statt hier die allseits bekannte Geschichte dessen darzulegen, möchte ich mich eher auf das konzentrieren, was den allermeisten noch unbekannt ist: Der Leninisierungs-Prozess von Karl und Rosa.

Dieser Artikel wird sich also in drei Teile gliedern: Die Leninisierung Karl Liebknechts; Die Leninisierung Rosa Luxemburgs; Die Auswirkungen auf die KPD.

Vorab möchte ich noch sagen etwas sagen, bevor es wegen der Überschrift zu einem Missverständnis kommt: Ich behaupte nicht, dass Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg zu vollwertigen Leninisten geworden sind bis zu ihrem Tode, sondern viel mehr noch auf dem Weg dahin waren. Ich möchte hier also den Prozess darlegen, der seit der Oktoberrevolution bei ihnen ablief (bei Rosa sogar unter sehr krassen Widersprüchen anfangs), und durch ihren Tod abgebrochen wurde.

Die Leninisierung Karl Liebknechts

Es ist wenig bekannt, dass Karl Liebknecht auch ein durchaus beachtenswerter Theoretiker des Marxismus war. Meist sind bloß „Militarismus und Antimilitarismus“ oder sein letzter Artikel „Trotz alledem“ im Fokus und sonst liegt vieles im Dunkeln verborgen. Man kann sagen, im Dunkel der Gefängniszelle verborgen, denn Liebknechts Gefängnisschriften sind sehr interessante Quellen für seine Ansichten, welche sonst wohl verborgen geblieben wären, und natürlich für den Prozess der Leninisierung ab der Oktoberrevolution.

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