Vom Milchbubi zum Guillotineur – Robespierres Sicht auf die Todesstrafe und die Bedeutung für heute

Seit der Zeit der Aufklärung, also dem Vorabend der Französischen Revolution, steht die Todesstrafe immer wieder im Zentrum von Debatten. Sie wird von Liberalen als abgeschlossen betrachtet zugunsten deren Abschaffung, aber das ist bloß eine Fiktion ihrerseits. Bevor wir aber zum titelgebenden Robespierre übergehen, sollten erst einmal einige ideologischen Grundsätze dargelegt werden, die zur damaligen Zeit kursierten. Es dürfte bekannt sein, dass die Bibel die Todesstrafe auf Mord bejaht, auch wenn die heutigen Christen dieser Frage möglichst ausweichen oder gar

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Alte Fehler wiederholen? – Bezüglich Stalins Sicht auf den Klassenkampf im Sozialismus

“Lernen und nicht denken ist nichtig. Denken und nicht lernen ist ermüdend.”1 – Konfuzius Es war erst kürzlich, als ich meinen Artikel über die “Partei des ganzen Volkes” und den “Staat des ganzen Volkes” schrieb2. Interessanterweise erregte es Kritik, dass ich an Stalins falscher These vom Absterben des Klassenkampfes im Sozialismus Kritik geübt habe. Worin bestehen die Punkte der Kritik? Sie bestehen darin: dass die Sowjetunion 1936 alle Klassen beseitigt hätte und die Diktatur des Proletariats somit unnötig geworden wäre;

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Die Aushöhlung der KPdSU und UdSSR – Über die “Partei des ganzen Volkes” und den “Staat des ganzen Volkes”

Jedem, dem die Kritik der KP Chinas unter Mao am Sowjetrevisionismus bekannt ist, dürfte folgende zwei Begriffe kennen: “Partei des ganzen Volkes” und “Staat des ganzen Volkes.” Diese beiden Begriffe stehen exemplarisch für die innere Aushöhlung des Sozialismus in der Sowjetunion, da diese der marxistischen Theorie vom Klassencharakter von Partei und Staat widersprechen. Bezüglich der “Partei des ganzen Volkes” Diese revisionistische Theorie wurde von Nikita Sergejewitsch Chruschtschow auf dem XXII. Parteitag der KPdSU im Oktober 1961 verkündet. Chruschtschow führte dazu

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Zur Frage des Selbststudiums

“Wer Mangel an Zeit zum Studium vorschützt, der vernachlässigt es, auch wenn er Zeit dazu hat.”1 – Kim Jong Il Die Wege zum Marxismus sind in der heutigen Welt relativ vielfältig, vor allem durch das Nichtbestehen einer marxistisch-leninistischen Avantgardepartei von bedeutender Größe. Aus diesem Grund gibt es eine ganze Reihe an jungen Leuten, die meinen, sie könnten sich als “Kommunisten” bezeichnen, ohne die qualitativen Anforderungen dafür zu erfüllen. Dazu bedürfte es vor allem Anstrengungen im marxistischen Selbststudium. Dieses findet aber

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Zwischen Trotzkismus und Leninismus – Sinowjews und Kamenews ideologisches Getänzel

Hier gibt es den Artikel auch als PDF-Datei. Im Zuge des XX. Parteitags der KPdSU wurde Stalin in Grund und Boden verdammt und seine ideologischen Gegner entweder offiziell rehabilitiert oder zumindest in Zweifel gezogen, ob sie unrecht hatten. Mit Bucharin habe ich mich in diesem Kontext bereits befasst1. Auch zu einigen wirrköpfigen Ideen von Trotzki habe ich bereits geschrieben2 (auch wenn er, bis ans Ende der Sowjetzeit, nicht rehabilitiert worden ist; es war unmöglich!). Es gab aber noch weitere bekannte

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Philanthropie wird die Menschheit nicht retten!

“Wenn überreiche Menschen die Welt retten wollten, hätten sie’s getan, weil das Geld haben sie.”1 – Marlene Engelhorn Großkapitalisten, die einen kleinen Teil ihres Vermögens für Stiftungen ausgeben, werden gerne als “Weltverbesserer” dargestellt. In der Feudalzeit nannte man dies Mäzenatentum, in der kapitalistischen Gesellschaft Philanthropie. Die Verlogenheit dieser Philanthropen stellte zuletzt Tim Schwab in seinem Buch “Das Bill-Gates-Problem” am Beispiel des Microsoft-Konzerngründers dar, nämlich, dass selbst die angebliche Wohltätigkeit Profitinteressen dienen würde. Das Thema der Philanthropie wurde in den vergangenen

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Der ungenehme Befreier? – Ein Kommentar zum 8./9. Mai

“Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung. Er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.”1 – Richard von Weizsäcker Die BRD tat sich schon immer schwer mit dem Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus. Was in der DDR von Anfang an selbstverständlich war, wurde in der BRD erst im Laufe der 80er Jahre durch den berühmten Historikerstreit und die Rede von Bundespräsident Weizsäcker zum 40. Jahrestag der Befreiung zur Normalität. Diese Normalität war nie unumstritten in

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Ein verlorener Sieg – Die Vorwegnahme von Doi Moi durch Le Duan

Hier gibt es den Artikel auch als PDF-Datei. Ich habe bereits mehrmals über das Thema Doi Moi geschrieben: Einmal darüber, dass Doi Moi eine Kopie von Chinas Reform und Öffnung darstellt1 und ein weiteres Mal darüber, dass unter To Lam unverändert an diesem Kurs festgehalten wird2. Das bedeutet nicht, dass das Thema Doi Moi damit bereits gänzlich abgehandelt wäre. Doi Moi hat eine weitgehend unbekannte Vorgeschichte, die fast die gesamte Le-Duan-Ära durchzieht. Vietnam am Vorabend der Wiedervereinigung Le Duan ist

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Lügen haben kurze Beine – Wie der Parteiausschluss von Heinz Keßler wirklich ablief

Hier gibt es den Artikel auch als PDF-Datei. Wer die Offen-siv liest, dem dürfte das Interview mit Heinz Keßler unter dem Titel „Die letzten Tage der SED und der Deutschen Demokratischen Republik“ bekannt sein. Heinz Keßler berichtete dort auch über seinen Parteiausschluss aus der SED-PDS im Januar 1990. Die Passage liest sich wie folgt: „Bevor sie mich eingesperrt haben, bin ich ´natürlich´ aus der Partei ausgeschlossen worden. Ich bekomme einen Brief von dem Vorsitzenden der Schiedskommission, und es waren schon

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Weiter auf dem Kurs von Doi Moi – Vietnam nach Nguyen Phu Trong

Es ist schon bald vier Jahre her, seitdem ich das letzte Mal über Vietnam geschrieben habe1. Zwischenzeitlich ist Nguyen Phu Trong, der langjährige Generalsekretär der KPV und bedeutsame Ideologe der Partei in der Zeit seit der Einführung von Doi Moi, am 19. Juli 2024 verstorben. To Lam, der erst am 22. Mai 2024 ins Amt des Präsidenten von Vietnam gewählt worden war, weil sein Vorgänger Vo Van Thuong aufgrund von Korruptionsvorwürfen zurücktrat, wurde zum Nachfolger im Amt des Generalsekretärs ernannt.

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