Intellektuelle als Fehlwirte – Ein alltägliches Problem der marxistischen Ideologie

Die marxistische Ideologie wurde 1989/90 für tot erklärt. Dies geschah nicht nur in der westlichen Presselandschaft, diese versuchte den Marxismus schon die ganze Zeit über für tot zu erklären. Auch die sowjetrevisionistischen Theoretiker im Endstadium erklärten ihn für tot. Von Alexander Zipko wurde behauptet: „Es hat überhaupt keinen russischen Marxismus gegeben.“1 Man behauptete, dass der Marxismus buchstäblich nur aus Marx und Engels bestehen würde. Damit wurde Lenin preisgegeben. Zipko übernahm von Trotzki unwidersprochen die Behauptung, dass Marx sozusagen ein reiner

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Einfach und ehrlich – Wieso ein vermeintlich „zu simpler Sprachgebrauch“ kein Problem darstellt

Mir sind Kritiken zu Ohren gekommen, die den Artikel des Genossen Belisarius1 dafür kritisiert haben, dass dieser eine rhetorische Ausgefeiltheit und einen ausgiebigen Gebrauch von Fachsprache hat vermissen lassen. Genosse Belisarius ist, wie aus seinem Artikel ersichtlich wird, aus der untersten Schicht der Arbeiterklasse. Entsprechend spricht aus seiner Sprache die einfache, ehrliche und durchaus zutreffende Stimme eines Arbeiters. Ihm ist kein Vorwurf zu machen. Wenig Verwunderung ruft hervor, wenn an dieser Stelle angemerkt sei, dass es sich dabei um Kritik

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Hermann Heller – Ein Rechter? – Wie Rechtsextreme versuchen sozialistische Autoren zu kapern

Zufälligerweise bin ich auf eine alarmierende Tatsache gestoßen: Rechtsextreme sind dazu übergegangen, sozialistische Schriftsteller, die sich als Patrioten verstanden, zu kapern. Der weit verbreitete nationale Nihilismus innerhalb der linken Szene, deren negativen Auswüchse bis weit in die sozialistische Bewegung spürbar sind, ermöglichte dies überhaupt. Der rechtsextreme Jungeuropa Verlag veröffentlichte bereits 2019 das Werk „Sozialismus und Nation“ von Hermann Heller, einem Sozialdemokraten aus der Weimarer Zeit. Hermann Heller war kein herausragender Theoretiker. Er war ähnlich wie Walther Rathenau, aber mit sozialistischem

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Hauptsache gegen Israel? – Zur Israel-Palästina-Frage

Der Israel-Palästina-Konflikt ist mal wieder ganz oben in den Schlagzeilen wie seit Jahren nicht mehr. Es zeigt sich wieder einmal, dass viele Genossen keine klare Haltung in dieser Frage besitzen und deshalb schwanken zwischen einer Verurteilung der Hamas-Angriffe und blinder Unterstützung jeglicher Aktionen von palästinensischer Seite, ungeachtet dessen, wer der politische Akteur ist. In der bundesdeutschen Politik werden die Raketenangriffe auf Israel durch die Hamas besonders thematisiert Als Schlussfolgerung des Naziregimes kamen die Worte „Nie wieder!“ heraus. Wir Marxisten benutzen

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Noch mehr über Krisenfolgen

Ich hatte bereits im vergangenen Jahr die kommenden wirtschaftlichen Folgen der globalen Krisen angeschnitten und, dass wir diese zur Agitation nutzen sollten1. Seitdem hat sich die wirtschaftliche Lage weiter verschlechtert. Deshalb ist ein Update notwendig. Es wird sich im Nachfolgenden nicht um eine tiefschürfende Analyse der derzeitigen Lage handeln, aber dafür um eine Bandbreite an Schlaglichtern. Die Inflationsrate ist mittlerweile von Spitzenwerten von 8,8% im Oktober und November 2022 gesunken auf einen Wert von 4,5% im September 20232. Das heißt,

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Posadismus – Wenn Trotzkismus auf Däniken trifft

Der Trotzkismus trieb historisch merkwürdige Blüten. Er brachte nicht nur eine konterrevolutionäre pseudolinke Ideologie hervor, die die Arbeiterklasse vom Sozialismus ablenken soll, sondern hatte innerhalb dieser falschen Ideologie auch Auswüchse lächerlichen Ausmaßes. Die Lächerlichkeit ist an dieser Stelle kein übertriebenes Rhetorikmittel der Polemik, es ist buchstäblich zu nehmen. Der Auswuchs, um den es geht, ist der Posadismus. Einige von Juan Posadas Werken wurden in den 70er Jahren von einer trotzkistischen Gruppierung ins Deutsche übersetzt. Darunter waren für Trotzkisten typische ambivalente

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Neues unter der Sonne Afrikas – Weitere Erlebnisse aus Uganda

Hier auch als PDF. Ich hätte nicht damit gerechnet, noch einmal über Uganda zu schreiben, weil ich dachte, innerhalb eines Jahres gäbe es nicht so viel Neues zu berichten. In der Bibel heißt es schließlich: „Es geschieht nichts Neues unter der Sonne.“1 Aber es gibt doch Neues unter der heißen Sonne Afrikas! Man erlebt eben doch genug, um darüber zu schreiben. Dieser Artikel soll eher eine Art Ergänzung zum vorherigen Artikel2 sein. Wer diesen also nicht gelesen hat, sollte dies

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Imam Ali als Stoiker – Ein wenig beachteter Philosoph

Es ist bekannt, dass ich den Islam kritisiere und seinen Glaubensinhalt für rechtsextrem halte, weil ich mich mit ihm befasst habe. Lehne ich also alles und jeden ab, der damit in Verbindung steht? Keinesfalls! Ali der Weise, oder Imam Ali, wie ihn Schiiten nennen, verdient durchaus Respekt. Ich glaube nicht an seine Predigten, aber ich kann seinem philosophischen Denken etwas abgewinnen: In seinen Schriften verbirgt sich ein Stück stoische Philosophie, welches im Westen bisher nicht zur Kenntnis genommen worden ist,

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Nicht-produktiv = unnötig? – Zur Bedeutung des nicht-produktiven Sektors

Es ist kein Geheimnis, dass in der BRD Schulen, der Gesundheitssektor, der öffentliche Nahverkehr und auch die technische Entwicklung im Abwärtstrend sind. Der einzig nicht-produktive Sektor, der in der BRD gedeiht und wuchert, ist die Bürokratie. Aber auch unter Genossen wird der nicht-produktive Sektor allzu gerne vernachlässigt. Es ist in der marxistischen Theorie ein Allgemeinplatz, dass die Schwerindustrie primär entwickelt werden muss. Aber auch die Leichtindustrie ist Teil des produktiven Sektors. Der produktive Sektor erzeugt Produktionsmittel, Konsumartikel und alles, was

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Seligkeit aus Glaube allein? – Noch ein Mahnwort an die ehrlichen Christen

Jahrhundertelang wurde die protestantische Christenheit vom Luthertum in Deutschland passiv gehalten mit der Formel „Sola Fide“ (allein aus Glaube). Dieser Grundsatz der lutherischen Theologie stellt die Behauptung auf, dass ein Christ allein aus Glauben heraus selig werden würde, nicht der guten Werke bedürfe. Luther ging sogar so weit zusagen: „Wer da saget, daß das Evangelium Werke als zur Seligkeit nötig fordert, der ist ein Lügner.“1 Luther aber war ein notorischer Lügner, der den christlichen Glauben so zurecht bog, sodass er

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