Nachruf auf Michael Parenti

Liebe Leserschaft, wir veröffentlichen im folgenden einen Nachruf des Genossen Rumo auf den kürzlich verstorbenen amerikanischen Marxisten Michael Parenti.

Am 24. Januar 2026 starb der US-amerikanische Marxist Michael Parenti im Alter von 92 Jahren. Zu seinen bekanntesten Werken gehören:

„Blackshirts and Reds – Rational Fascism and the Overthrow of Communism“

In diesem Buch stellt Parenti gegen bürgerliche Mystifizierung die klar die Klassenposition des Faschismus in Italien und Deutschland als terroristische Herrschaft der Kapitalistenklasse und brutale Niederdrückung und Verarmung der Arbeiterklasse dar. Zudem verteidigt er virtuos historische proletarische Revolutionen, zum Beispiel die Oktoberrevolution und die Sowjetunion. Ein „Must Read”.

Inventing Reality – Politics of News Media“, „Make-Believe Media – The Politics of Entertainment“:

In diesen beiden Büchern kritisiert Parenti anhand unzähliger Beispiele aufs Allgemeine schließend die bürgerlichen Massenmedien und entlarvt sie als Propagandainstrumente der herrschenden Klasse, die systematisch die Wahrheit verzerren oder gar lügen. Zudem stellt er die Unterhaltungsindustrie als Industrie der Ablenkung von der Realität und zutiefst politisch pro-kapitalistisch und imperialistisch bloß.

„History as Mystery“:

Hier unternimmt Parenti einen systematischen Großangriff auf die bürgerliche Geschichtsschreibung als solche, er zeigt auf, wie diese „Fälscher der Geschichte“ (Zitat von F. Engels), aus ihrer Klassenposition ihre eigenen Klassenvorteile in ihre Geschichtsschreibung hineininterpretieren, teilweise sogar adamant offensichtliche Falschheiten verteidigen, weil diese nicht in ihr Geschichtsbild passen.

Democracy for the Few“ und “Power and the Powerless“:

In “Democracy for the Few” zeigt Parenti die bürgerliche “Demokratie“ als Klassenherrschaft der Kapitalistenklasse über die große Mehrheit der Bevölkerung, die ausgebeuteten arbeitenden Klassen auf. „Power and the Powerless“ hat das gleiche Thema, aber stellt dieses noch allgemeiner dar, sozusagen eine Vertiefung.

„The Sword and the Dollar“, „Against Empire“:
In diesen Büchern demaskiert Parenti den Imperialismus von desen zahlreichen Rechtfertigungsmythen, wie die Verbreitung von Demokratie. Er stellt klar, dass der Imperialismus nur der Akkumulation des Kapitals der großen imperialistischen Länder dient, US-Außenpolitik vertritt die Interessen der amerikanischen Fortune 500, nicht die irgendwelche Freiheit oder Demokratie. Die Kapitalisten und ihre Staatenlenker betreiben diese Politik absichtlich, nicht „in a fit of absent-mindedness“, wie so oft in bürgerlicher Geschichtsschreibung und Massenmedien behauptet wird. Und letzten Endes schadet der Imperialismus auch der Arbeiterklasse „at home“, die die militärischen Eskapaden ihrer herrschenden Klasse bezahlen darf, aber dafür selbst von den kolonialen Monstern hingemordet wird.

The Assassination of Julius Caesar“:

In diesem Buch stellt Parenti virtuos die Klassenkämpfe der Antike der späten römischen Politik dar. Eine echte „People’s history“.

Es wäre zuviel, auch „Dirty Truths“, „To Kill A Nation – The Attack on Yugoslavia“, „Superpatriotism“ und Parentis weitere Bücher mit einem Kurzüberblick auszustatten, sie sind alle lesenswert, ebenso wie seine unzähligen weiteren Artikel, und ebenso wie seine unzähligen Reden, in denen er unermüdlich immer und immer wieder in für alle verständlicher Sprache die Grundlagen des Marxismus erklärte, sei es zu Imperialismus, über den Faschismus, die bürgerliche „Demokratie“ oder die Massenmedien. Es ist relativ einfach, seine Bücher, Artikel und Reden kostenlos im Internet zu finden. Dass Menschen so seine Bücher lesen, statt die teils horrenden Preise der Bücher (auch eine Art der Zensur bei eigentlich sehr gut verkaufenden Büchern) bezahlen zu müssen, unterstützte Parenti ausdrücklich. Zeit seines Lebens befand er sich auf Seite der Ausgebeuteten und Unterdrückten der Welt, und dafür wurde er zensiert und totgeschwiegen. Leider wurden nur wenige seiner Werke ins Deutsche übersetzt. Auch nach 1990 behielt er seine proletarische Klassenposition fest bei und verteidigte den Kommunismus und Revolution, zu seinen bekanntesten Sprüchen gehörte: „Der Kommunismus hat funktioniert, und er funktionierte für hunderte Millionen Menschen.“ (aus seinem Vortrag: Reflections on the Overthrow of Communism).

Zu finden hier:

https://youtu.be/6Tmi7JN3LkA?si=WVMxYvsX4DL-OamU

Und der volle Vortrag hier, mit deutschen Untertiteln:

https://www.youtube.com/watch?v=ZJuZMLWSUJI

Möge die Zukunft ihn so würdigen, wie er es verdient hat, als einen unermüdlichen Kämpfer für eine bessere Welt, für die Weltrevolution und den Kommunismus, gegen alle Widrigkeiten.

 

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