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Der Titel des Artikels lehnt sich bewusst an Lenins „Die proletarische Revolution und der Renegat Kautsky“ an, denn es besteht eine Analogie zwischen Karl Kautsky und Enver Hoxha: Der Erstere negierte 1918 die sozialistische Revolution, obwohl er vormals um 1905 diese noch vertrat und bei Zweiterem handelt es sich um den Klassenkampf im Sozialismus, den er in den 60er Jahren und noch Anfang der 70er vertrat, aber ab den späten 70ern verneinte. Die Negierung in Verbindung mit der Verleumdung Mao Tsetungs, da dieser die Theorie des Klassenkampfes im Sozialismus Lenins wiederentdeckte und weiterentwickelte, verschriftlichte Hoxha hauptsächlich in seinem Werk „Imperialismus und Revolution“ von 1978, welches die Hauptquelle dafür sein wird.

Bemerkungen vorab

Enver Hoxha hetzt in seinem Buch „Imperialismus und Revolution“ nicht nur gegen den Klassenkampf im Sozialismus, sondern stellt auch wirre Behauptungen auf, wie, dass China zu keiner Zeit den Sozialismus aufgebaut habe und dass man bei Mao all dies nachlesen könne. Schlägt man seine Zitate wirklich bei Mao nach, so fällt auf, dass er aus dem Kontext zitierte und oftmals ganze Seiten zwischen den zitierten Worten sich befinden, es also völlig sinnentstellt wurde. In manchen Fällen lässt er Maos Ausführungen über den Sozialismus aus und führt nur die Ausführungen zur Neuen Demokratie an und behauptet dann, Mao habe nie über den Sozialismus gesprochen. Dies hier darzulegen würde den abgesteckten Rahmen des Artikels sprengen, deshalb sei hier auf einen Artikel in Englisch verwiesen, der eben das darlegt1.

Auch behauptet Enver Hoxha, dass China niemals habe sozialistisch werden können, weil man die nationale Bourgeoisie in den Kampf gegen den Imperialismus samt Kompradoren und die Feudalherren mit einbezog als Bündnispartner2. Was er vor seiner Leserschaft verschweigt, ist, dass dies nur für die neudemokratische Phase galt die nationale Bourgeoisie als verbündete Klasse einzubeziehen und nach der Vollendung dieser Übergangsphase eben die Bourgeoisie ausgekauft wurde, womit sie als Klasse liquidiert wurde3. Außerdem ist seine Aufregung darüber verlogen, denn noch in seinem Rechenschaftsbericht an den VI. Parteitag der PdAA vom 1. November 1971 betonte er, dass ein Bündnis mit der nationalen Bourgeoisie während der antiimperialistisch-demokratischen Revolution möglich ist und führt dazu fast wortwörtlich aus, was Mao Tsetung über den schwankenden Charakter der nationalen Bourgeoisie schrieb usw.4. Dennoch begeht er schon auf diesen Seiten den dogmatischen Fehler es als „Revisionismus“ zu bezeichnen, wenn die Arbeiterklasse die Kleinbourgeoisie als Verbündeten betrachtet in den entwickelten kapitalistischen Ländern, statt sich primär auf die Bauernschaft zu fokussieren5. Dass die Bauernschaft, trotz gewisser Eigenarten, genauso Teil der Kleinbourgeoisie ist und dass man genauso die städtische Kleinbourgeoisie durch die Vergenossenschaftlichung in den Sozialismus integrieren kann, davon findet sich bei Hoxha kein Wort zu. Auf dem VI. Parteitag der PdAA sagte Hoxha noch richtigerweise: „Die Revolution kann nicht allein von der Arbeiterklasse, geschweige denn nur von ihrer Vorhutspartei durchgeführt werden. Um sie durchzuführen, schließt die Arbeiterklasse, entsprechend dem Charakter und den Etappen der Revolution, Bündnisse mit anderen sozialen Kräften, mit denen sie gemeinsame Grundinteressen verbinden, gründet breite Volksfronten mit bestimmten politischen Programmen, in welchen die Partei der Arbeiterklasse nicht aufgeht, sondern stets ihre politische und organisatorische Unabhängigkeit bewahrt. Die engstirnigen und sektiererischen Elemente bezeichnen diese Taktiken als falsch, weil sie angeblich der Illusion der friedlichen und reformistischen Wege Tür und Tor öffnen. Nach ihnen sind die Programme, die Fronten und die Bündnisse nur künstliche Machenschaften mit dem Zweck, die Aufmerksamkeit abzulenken und den bewaffneten Kampf zu verhindern. Diese Auffassungen sind ein Echo der bekannten Thesen der Trotzkisten, welche jedes Bündnis als eine Klassenaussöhnung bezeichnen, die Etappen der Revolution verneinen und für die ´reine´ und direkte proletarische Revolution eintreten.“6 Das, was er hier noch zurecht als Trotzkismus bezeichnet hatte, warf er 1978 in „Imperialismus und Revolution“ Mao Tsetung vor, indem er verneinte, dass die Neue Demokratie eine Phase der Revolution ist7. Enver Hoxha ging also auf inhaltliche Positionen des Trotzkismus über. Hoxha bezichtigte Mao des „Revisionismus“ (das, was er als solchen deklariert, nicht, was dieser tatsächlich bedeutet) in „Imperialismus und Revolution“, aber schrieb im Widerspruch dazu im Jahre 1980 in „Die Chruschstchowianer“, dass die KPCh als „Verteidigerin des Marxismus-Leninismus“ auftrat8 gegenüber dem Sowjetrevisionismus. Wie kann die KPCh den Marxismus-Leninismus verteidigen, wenn sie doch ein revisionistisch gewesen sein soll von Anfang an? Außerdem machen seine Memoiren den Eindruck, dass er sich sehr wohl bewusst war, dass die KPCh Maos auf der Grundlage des Marxismus-Leninismus stand. Hoxha log bewusst, um sich als „einziger Marxist-Leninist nach Stalins Tod“ darzustellen. Ist diese Anschuldigung vielleicht etwas weit gegriffen? Ich denke nicht, immerhin verleumdete er unter anderem auch Antonin Novotny, Walter Ulbricht und Gheorghe Gheorghiu-Dej als „Revisionisten“, obwohl er zugeben musste, dass diese Kritik am Revisionismus von Gomulka übten9. Hoxha behauptete, ohne den Hauch eines Beweises, sie hätten dies nur getan um der Sowjetunion gegenüber opportun zu sein10, wobei das keinen Sinn ergibt, da Chruschtschow Gomulka für dessen Dekollektivierung usw. nicht nur nicht rügte, sondern 1958 selbst die MTS auflöste in der Sowjetunion und die Maschinen an die Kolchosen verkaufte11. Nicht nur diese Marxisten-Leninisten verleumdete Hoxha, sondern behauptete auch von Molotow, Malenkow und Kaganowitsch (der „Anti-Partei-Gruppe“, wie Chruschtschow sie 1957 nannte): „Sie hatten ihren revolutionären Geist eingebüßt, waren Leichen des Bolschewismus, keine Marxisten-Leninisten mehr.“12 Dabei blieben diese in Wahrheit bis zu ihrem Tode dem Marxismus treu13, auch wenn man sie aus der Partei warf.

Enver Hoxha war also ein sehr selbstgefälliger Lügner. Das folgende Beispiel reiht sich dabei in eine lange Reihe ein.

Enver Hoxha über die Große Proletarische Kulturrevolution – Eine verlogene Tirade

In seinem Werk „Imperialismus und Revolution“ sagte Enver Hoxha: Die wahren Marxisten-Leninisten vergessen nie die Lehren Lenins, der betont, dass die Opportunisten und die Revisionisten auf jede Weise versuchen, den Klassenkampf abzuschwächen, die Arbeiterklasse und die unterdrückten Menschen durch ´revolutionäre´ Formeln zu täuschen, wobei sie die marxistisch-leninistische Lehre ihres revolutionären Inhalts berauben.“14 Dies sagte er in einem Vorwurf gegenüber der KPCh im Kontext der Drei-Welten-Theorie Deng Hsiaopings, die er versuchte Mao in die Schuhe zu schieben. Das ist hier jedoch nicht Thema. Bezeichnend ist, dass er der KPCh vorwarf, was er letztendlich selbst tat durch die Negierung des Klassenkampfes im Sozialismus. Im November 1970 betonte Enver Hoxha noch, dass die PdAA durch „die gründliche Kenntnis unserer marxistisch-leninistischen Doktrin“ den „Klassenkampf und die ´Produktion und Reproduktion´ des realen Lebens als die bestimmenden Faktoren“ der Triebkraft der gesellschaftlichen Entwicklung sah15. Ein Jahr später sagte Hoxha: „Die ununterbrochene Festigung des sozialistischen Bewußtseins unserer Menschen erfolgt nicht nur durch die Bekämpfung der alten patriarchalischen, konservativen und kleinbürgerlichen ideologischen Überbleibsel, sondern auch durch den ununterbrochenen und unversöhnlichen Kampf gegen die heutigen bürgerlichen und revisionistischen Einflüsse und Strömungen. […] Unser ganzer Kampf der letzten Jahre, der ganze Vorgang der Revolutionierung des Lebens des Landes sind gleichzeitig harte Schläge gegen die bürgerliche und revisionistische Ideologie. Sie zielen darauf hin, eine aktive Barriere gegen das Eindringen dieser Ideologie zu errichten. Es wäre aber unverzeihlich zu glauben, daß wir in Zukunft vor jedem bürgerlichen und revisionistischen Einfluß gefeit wären, daß die Menschen jetzt immun geworden seien. Eine der Hauptrichtungen der feindlichen imperialistischen und revisionistischen Strategie gegen unser Land ist gerade der ideologische Druck, den sie unter Benutzung der vielen heutigen Informationskanäle ausübt, besonders durch kulturellen Einfluß, der die verschiedensten Formen annimmt. Darum ist es eine erstrangige Aufgabe, daß wir auch in Zukunft einen ununterbrochenen Kampf gegen die bürgerliche und revisionistische Ideologie führen und immer unsere ideologische Wachsamkeit und unseren kämpferischen revolutionären Geist hochhalten.“16 Hoxha war sich also dessen bewusst, dass die bürgerliche Ideologie bis in den Sozialismus nachwirkt und von außen her diese importiert werden kann. Bei der Charakterisierung der kleinbürgerlichen Ideologie gab Enver Hoxha sogar eine direkte Referenz zu Mao Tsetung: „Wie Genosse Mao Tse Tung sagt, hat die kleinbürgerliche Ideologie einen konservativen Charakter; ihr Einfluß dient als eine der hauptsächlichen Quellen des Opportunismus und des Abenteurertums in der Arbeiterbewegung.“17 Zum einen zeigt das, dass Hoxha vor der Machtübernahme durch Deng in China sehr wohl den marxistischen Charakter des Maoismus anerkannte und zum anderen, auf was für abstruse Positionen er sich in seinen letzten Lebensjahren begab (abgesehen davon, dass die PdAA schon früher einen gewissen Hang zum Dogmatismus hatte, so zum Beispiel in der Behauptung, dass die osteuropäischen marxistisch-leninistischen Parteien dadurch revisionistisch geworden seien, weil sie sich mit dem linken Flügel der Sozialdemokratie vereinigten18; man warf u. a. Otto Grotewohl vor „still gehalten“ zu haben „solange Stalin lebte“ und danach zum offenen Renegaten geworden zu sein19. Durch Kenntnis seiner Werke kann ich das nicht bestätigen und weise daraufhin, dass Grotewohl noch im April 1958 in einer Lektion an der Parteihochschule der SED aus Stalins „Der Marxismus und die Fragen der Sprachwissenschaft“ zitierte20, trotz des XX. Parteitags der KPdSU; außerdem waren Revisionisten wie Chruschtschow oder Gomulka jahrzehntelange Mitglieder der KP). Dies waren einst Hoxhas Ansichten.

In „Imperialismus und Revolution“, wo er über die Große Proletarische Kulturrevolution sich ergoss, ist davon nichts übriggeblieben. Statt zu analysieren, welche Anschauungen und Klassenkräfte dabei aufeinanderprallten, behauptete Hoxha, dass die Kulturrevolution nichts weiter als ein „Palastputsch im gesamtchinesischen Maßstab“21 gewesen sei. Auch stellt er die Behauptung auf, dass diese nur mit dem Militär geführt worden sei22. Das ist zum einen eine Lüge, da die Große Proletarische Kulturrevolution von den Massen geführt wurde, also kein Putsch war, und zum anderen stellt Hoxha es so dar, als sei das Militär ein „Ding für sich“ ohne Klassencharakter. Bevor ich darauf eingehe, noch ein paar weitere Beschuldigungen von ihm: Mao habe die Jugendlichen als Führer der Revolution gesehen anstatt der Arbeiterklasse23, Mao sei nie ein Marxist-Leninist gewesen und deshalb könne jeder seine Anschauungen beliebig auslegen24, Mao habe es als Notwendigkeit erachtet Revisionisten in die Partei zu lassen25 und die Kulturrevolution nur um „persönliche Macht“ gegangen sei26. Diese sind die essentiellen Anschuldigungen Hoxhas, die die Große Proletarische Kulturrevolution betreffen.

Nun werde ich diese Beschuldigungen widerlegen und darlegen, dass Hoxha selbst einst auf den Positionen stand, welche er in „Imperialismus und Revolution“ verdammt, ohne dies seiner Leserschaft mitzuteilen. Beginnen wir mit der Behauptung, dass die Große Proletarische Kulturrevolution bloß ein „Putsch“ gewesen sei. Lenin definierte einen solchen folgendermaßen: „Von einem ´Putsch´ im wissenschaftlichen Sinne des Wortes kann man nur dann sprechen, wenn ein Aufstandsversuch weiter nichts als einen Klüngel von Verschwörern oder wahnwitzigen Narren zutage gefördert und in den Massen keinerlei Sympathie erweckt hat.“27 War dem so? Enver Hoxha behauptet, dass sich die Kulturrevolution rein auf die Armee gestützt habe und geht sogar soweit, dies zu sagen: „Um seine ideologischen Gegner zu liquidieren, hat Mao Tsetung stets die Armee in Bewegung gesetzt. Er hat die Armee mit Lin Piao an der Spitze gegen die Gruppe von Liu Schao-tschi und Deng Hsiao-ping eingesetzt. Später organisierte und warf er mit Tschou En-lai die Armee gegen Lin Piao.“28 Es stimmt, dass die Volksbefreiungsarmee ihren Anteil an der Großen Proletarischen Kulturrevolution spielte. Mao schrieb im Januar 1967 in einem Brief an Lin Biao: „Die Befreiungsarmee muß ausgeschickt werden, um die breiten Massen der Linken zu unterstützen.“29 Huch, was haben wir denn da? Zum einen war die VBA nicht die Hauptkraft, sondern nur ein Teil der Massen der Kulturrevolution. Zum anderen ist es, wie Mao einmal sagte: „Arbeiter, Bauern und Soldaten sind ja im Grunde nur Arbeiter und Bauern, denn die Soldaten sind bloß Arbeiter und Bauern in Uniform.“30 Hoxha stellt nicht die Frage nach dem Klassencharakter der Armee – weder der Soldaten, noch der Offiziere und der Staatsmacht, die sie befehligt. Er behauptete, dass in China „die Macht in den Händen der Armee“31 sei, womit er mit den Sowjetrevisionisten ins gleiche Horn blies, welche Maos China als „militärisch-bürokratische Diktatur“ bestempelten32. Außerdem unterschlägt Enver Hoxha, dass die Armee an der Produktion in Landwirtschaft und Industrie, sowie an der Massenarbeit aktiv teilnahm, gemäß der „Weisung vom 7. Mai“ Maos an Lin Biao, damit „Volk und Armee für alle Zeiten eins werden“33. In der gleichen „Weisung“ schrieb Mao, dass Schüler und Studenten auch an der Produktion teilnehmen sollen, um aus praktischen Erfahrungen zu lernen34. Dies dürfte auch mit der Behauptung aufräumen, dass Mao die Jugend als Führer der Revolution gesehen habe, statt der Arbeiterklasse. Im Gegenteil, die Jugend wurde nach dem Vorbild der Arbeiterklasse erzogen durch diese Maßnahmen der Kulturrevolution. Mao erkannte an, dass die Intellektuellen, primär die Schüler und Studenten, die frühesten Warnrufer gegen die Revisionisten waren, aber sie alleine keine wirkliche Massenbewegung sein können auf Dauer. Mao sagte: „Die Kritik an der reaktionären Linie der Bourgeoisie wurde von den Intellektuellen und den breiten Massen der Jugendlichen, Schüler und Studenten entfacht, aber bei der Machtergreifung im ´Januar-Sturm´35 und der tiefgreifenden Revolution mußte man sich auf die Herren der Epoche stützen und sie mit den breiten Massen der Arbeiter, Bauern und Soldaten als Kerntruppe vollbringen. Die Intellektuellen sind seit jeher empfindsam in der Wahrnehmung von Veränderungen, aber sie unterliegen in ihrem Gespür einigen Beschränkungen, es fehlt ihnen der tiefgreifend revolutionäre Charakter, meistens sind sie etwas opportunistisch.“36 Außerdem steht im Statut der KPCh, welches vom IX. Parteitag im April 1969 beschlossen wurde: „Die Kommunistische Partei Chinas ist eine politische Partei des Proletariats. […] Die Kommunistische Partei Chinas setzt sich aus Fortgeschrittenen des Proletariats zusammen, sie ist eine Vorhutorganisation voller Lebenskraft, die das Proletariat und die revolutionären Massen zum Kampf gegen die Klassenfeinde führt.“37 und „Jeder chinesische Arbeiter, arme Bauer, untere Mittelbauer, revolutionäre Armeeangehörige oder jeder andere revolutionäre Mensch Chinas, der das 18. Lebensjahr vollendet hat, kann Mitglied der Kommunistischen Partei Chinas sein, wenn er das Statut der Partei anerkennt, einer ihrer Organisationen angehört und aktiv in ihr arbeitet, die Beschlüsse der Partei durchführt, die Parteidisziplin einhält und Mitgliedsbeiträge bezahlt.“38 Außerdem widersprach sich Hoxha damit selbst. Er führte ein aus dem Kontext gerissenes Zitate aus Maos „Die Orientierung der Jugendbewegung“ an39, um zu „beweisen“, dass Mao die Jugend statt der Arbeiterklasse als Führer der Revolution gesehen habe40, nur um dann zu behaupten, dass Mao ohnehin nur Militärputsche durchführen würde. Jedenfalls steht in diesem Werk, dass die Jugend alleine nichts bewegen kann, sondern diese die werktätigen Massen aufrütteln muss zum Kampfe für ihre Klasseninteressen: „Wer ist die Hauptstreitmacht? Es ist die große Masse der Arbeiter und Bauern. Die jungen Intellektuellen und Studenten Chinas müssen unter die Arbeiter und Bauern gehen, um diese neunzig Prozent der Gesamtbevölkerung zu mobilisieren und zu organisieren. Ohne diese Hauptstreitmacht, ohne die Arbeiter- und Bauernmassen, nur gestützt auf die Armee der jungen Intellektuellen und der studierenden Jugend, kann man den Sieg über den Imperialismus und Feudalismus nicht erringen.“41 Das Gleiche galt auch während der Großen Proletarischen Kulturrevolution.

Hoxha sagte auch: „Die Partei wurde aufgelöst.“42 Das ist für einen relativ kurzen Zeitraum während der Kulturrevolution in der Tat richtig, soweit es die Organisationen der Partei betrifft, welche von den Anhängern Liu Schaotschis und Konsorten durchdrungen waren. Für die Partei als Ganzes ist das nicht richtig, diese bestand weiter, wurde lediglich von den Revisionisten gesäubert und reorganisiert. Das ZK der KPCh verfasste darüber einen Beschluss43, in welchem klar besagt wird: Das Hauptangriffsziel der gegenwärtigen Bewegung sind jene innerhalb der Partei, die Machtpositionen innehaben und den kapitalistischen Weg gehen.“44 Dieser Fakt steht der Behauptung Hoxhas „Mao Tsetung selbst predigte die Notwendigkeit der Existenz von ´zwei Linien´ in der Partei.“45 klar entgegen. Mao „predigte“ nicht die Notwendigkeit der zwei Linien, sondern er machte darauf aufmerksam, dass diese die notwendige Folge aus den Gesetzmäßigkeiten des Klassenkampfes sind, eine Widerspieglung dessen. So zeigte sich dies beispielsweise ganz deutlich in der Frage der Kollektivierung in der Landwirtschaft, wo die Revisionisten vom Schlage Liu Schaotschis „absteigen“ wollten, während Mao „aufsteigen“ wollte46. Liu Schaotschi und Konsorten wollten die Vergenossenschaftlichung mit allen Mitteln aufhalten bzw. rückgängig machen, um dem Kapitalismus mehr und mehr Raum zu geben, während Mao an deren Propagierung und Durchführung festhielt, um den Sozialismus aufzubauen. Auch gegenüber einer albanischen Militärdelegation sagte Mao: „Tatsächlich existiert in der Kommunistischen Partei nach wie vor der Kampf der zwei Klassen und der Kampf zwischen den zwei Linien, niemand kann das abstreiten, wir sind Materialisten und sollten das schon gar nicht abstreiten.“47 Aber Hoxha bestritt genau das. Als „Beweis“ führt er ein Zitat von Stalin an, dass „die Kommunistische Partei eine aus einem Guß geformte Partei des Proletariats ist und nicht eine Partei des Blocks verschiedenartiger Klassenelemente.“48 So sollte die Partei im Wesen sein, aber so homogen ist sie nicht unbedingt. Was passiert, wenn sich Karrieristen, Konterrevolutionäre und anderes bürgerlich gesinntes Gesindel in die Partei einschleicht? Maos ZK sah es, dass 95% der Parteimitglieder auf der Seite der Arbeiterklasse standen und nur eine kleine Minderheit zu den Revisionisten zählte49. Hoxha, der Stalin aus dem Kontext zitiert, um seine eigenen Aussagen scheinbar zu „belegen“ lässt aus, dass es in der KPdSU auch einen Kampf zwischen zwei Linien gab, der marxistisch-leninistischen Linie Lenins und Stalins und der revisionistischen Linie Trotzkis, Bucharins, Sinowjews und Kamenjews50 und später die Linie Chruschtschows, Breshnews und Gorbatschows, die dann letzten Endes zur Restauration des Kapitalismus führte. Enver Hoxha sagte: „Die Partei ist nicht eine Arena antagonistischer Klassen und des Kampfes von Menschen mit entgegengesetzten Zielen.“51 Die Erfahrungen des Klassenkampfes zeigen klar, dass der Klassenkampf auch vor der Partei der Arbeiterklasse nicht halt macht und sich in dieser widerspiegelt, auch wenn das Hoxha nicht anerkennen will. Die Partei sollte eine proletarische Avantgardepartei sein und ist es dem Wesen nach auch solange diese den Klasseninteressen des Proletariats nach handelt, diese anführt und im Geiste des Marxismus-Leninismus erzieht. Dennoch ist das keine Garantie dafür, dass sich keine Renegaten in die Partei einschleichen und versuchen diese zu infiltrieren und als Klassenpartei des Proletariats zu liquidieren. Dagegen helfen nur offene Diskussionen, um die Wahrheit gemeinsam zu erschließen und diejenigen Elemente hinauszusäubern, die dagegen arbeiten und eine falsche, bürgerliche Linie durchsetzen wollen. Mao beschrieb es mit folgendem Gleichnis: „Der Mensch hat Schlagadern und Venen, und sein Herz bewirkt den Blutkreislauf; außerdem atmet er durch die Lungen, wobei er Kohlendioxyd ausatmet und frischen Sauerstoff einatmet – das bedeutet, Verbrauchtes abzustoßen und Frisches aufzunehmen. Eine proletarische Partei muß ebenfalls Verbrauchtes abstoßen und Frisches aufnehmen, denn nur so kann sie voll Schwung und Lebenskraft bleiben. Ohne die Schlacken zu entfernen und frisches Blut aufzunehmen, hat die Partei keine Lebenskraft.“52 Säubert man die Revisionisten nicht aus der Partei und kritisiert keine Fehler, dann wird die Partei „umkippen“ und ihren proletarischen Klassencharakter und die Unterstützung der Massen verlieren. Hoxha behauptete, dass die KPCh es ablehnte mit der PdAA Erfahrungen auszutauschen53. Zu Beginn der Kulturrevolution verfasste Mao eine Kritik an Peng Zhen, dem damaligen Vorsitzenden des Pekinger Parteikomitees, weil dieser die Revisionisten um Liu Schaotschi unterstützte und Kritik von unten unterdrücken ließ54. Über die gemachten Erfahrungen mit dem Revisionismus Peng Zhens schrieb Mao: „Sollen wir das den albanischen Genossen mitteilen? Es gibt nichts, was wir ihnen nicht sagen könnten.“55 Ich kann nicht belegen, ob diese Erfahrung des Klassenkampfes im Sozialismus tatsächlich weitergereicht wurde. Aber was die PdAA garantiert erhielt, sind die Gespräche mit den albanischen Delegationen. Die Rede vor der albanischen Militärdelegation habe ich bereits erwähnt, wo er über die zwei Linien sprach. Auch in einem Gespräch mit den Mitgliedern des Politbüros der PdAA Hysni Kapo und Beqir Balluku im Februar 1967 sprach Mao darüber: „Es gibt zwei Möglichkeiten: Der Revisionismus stürzt uns, oder vielleicht besiegen wir den Revisionismus. Warum nenne ich die Niederlage als die erste Möglichkeit? Das Problem so zu sehen ist von Vorteil, das läßt einen den Feind nicht unterschätzen.“56 Außerdem enthält es den Hinweis auf ein Gespräch mit Mehmet Shehu vom Mai 1966, welches mir nicht zur Verfügung steht57. Mao kam in diesem Gespräch mit Kapo und Balluku auf verschiedene Probleme der Großen Proletarischen Kulturrevolution zu sprechen. Beispielsweise besprach Mao mit ihnen die bisherigen vier Phasen der Großen Proletarischen Kulturrevolution58. Er sagte, dass die Jugendlichen und die Intellektuellen bloß eine Auslöserfunktion hatten, die Massen aufzurütteln, aber die Kulturrevolution an sich von den Arbeiter, Bauern und Soldaten geführt werden59. Mao besprach mit ihnen das Problem, dass er der Meinung ist, dass die Wahlen in China bisher eher eine Bestätigung von Vorschlägen von oben herab gewesen sind60. Die Lösung dieses Problems war ein wichtiger Bestandteil der Kulturrevolution und trug dazu bei, dass man Revolutionskomitees gründete, die die alten Körperschaften der Volksvertretungen ersetzten. Mao betonte nochmals, dass die Bourgeoisie die Welt nach der bürgerlichen und das Proletariat die Welt nach der proletarischen Weltanschauung umzuwälzen sucht und dass dies mit dem Kampf der zwei Linien zusammenhängt61. Er wandte sich auch dagegen, dass man den unteren Kadern nicht zutraut im Kampf gegen die Revisionisten zu bestehen, sondern sie heranziehen muss62. Auch sagte Mao: „Ich frage euch, was meint ihr, wie soll man letzten Endes konkret vom Sozialismus zum Kommunismus übergehen? Das ist eine große Sache für den Staat und für die Welt.“63 Das zeigte doch Maos Interesse an einem ideologischen Erfahrungsaustausch, neben der Tatsache, dass er den Vertretern der PdAA mitteilte, was in China vorging. Außerdem wiederholte Mao Kapo und Balluku gegenüber, dass er einschätzt, dass die Reaktionäre nur ungefähr 5% der Bevölkerung und der Parteikader ausmachen und bei den Jugendlichen nur 1 bis 2%64. Außerdem widerspricht Ndreci Plesari (damals Mitglied im ZK der PdAA) der Behauptung Hoxhas in einem 1972 erschienen Artikel durch folgende Aussage: Während die Partei der Arbeit Albaniens bei der Ausarbeitung ihrer politischen Linie ihren eigenen revolutionären Erfahrungen den ersten und wichtigsten Stellenwert einräumte, hat sie auch von den Erfahrungen der Bruderparteien und der ganzen internationalen kommunistischen Bewegung gelernt. Besonders viel hat sie von der Bolschewistischen Partei gelernt. Heute kommen ihr besonders die revolutionären Erfahrungen der Kommunistischen Partei Chinas zugute.“65 Hoxha behauptete, dass es Mao nur „um persönliche Macht“ gegangen sei und ein „chinesischer Chruschtschow“ gewesen sein soll66. Die „Polemik über die Generallinie“, welche den Sowjetrevisionismus kritisiert, dürfte Letzteres ganz klar widerlegen, auch die Verteidigung Stalins und seiner Lehren gegen die Verleumdungen Chruschtschows auf Grundlage dessen, was man 1963 wissen konnte (also ohne Archivmaterial). Auch widersprach sich Hoxha selbst, als er in „Die Chruschstchowianer“ wenige Jahre später schrieb, dass die KPCh als „Verteidigerin des Marxismus-Leninismus“ gegen die Chruschstchowianer auftrat67. Und in „Imperialismus und Revolution“ widerspricht sich Hoxha auch selbst, denn er behauptet ja, dass es nur um „persönliche Macht“ gehen würde, aber spricht von „ideologischen Gegnern“68 Maos nennt Deng Hsiaoping und Hua Guofeng „Revisionisten“69, was tatsächlich stimmte (wobei Hua noch exakter als ein Zentrist zu bezeichnen wäre) und missbilligte auch die Rehabilitation Liu Schaotschis durch Deng70 nach Maos Tod, dabei behauptete er doch, dass Mao „kein Marxist“71 gewesen sei, sowie die KPCh als Ganzes72. Wäre dem wirklich so gewesen, dann wäre eine Einordnung von Deng und Konsorten als Revisionisten schon deshalb nicht richtig, weil es sich um keine marxistische Partei und nicht um den Sozialismus gehandelt habe und diese Einordnung zeigt auch, dass es sehr wohl ideologische Kämpfe gab, von denen Hoxha bescheid wusste, aber sie auf „persönliche Machtkämpfe“ zu reduzieren versuchte, um sich selbst als „einziger Marxist nach Stalin“ zu erhöhen. Dabei warf er dafür den dialektischen Materialismus über Bord und machte sich die Realität „passend“ nach dem, was rauskommen sollte, nämlich, dass Mao ein Revisionist sei und nicht, wie es wirklich war, ein großer Marxist-Leninist, drehte die Dialektik, die Beweisführung „auf den Kopf“. Dabei warf er genau solche Praktiken noch im November 1970 den Sowjetrevisionisten vor73. Aber nicht nur hier zeigte er, was ein Renegat er wirklich war. Hoxha behauptete, dass jeder Maos Werke beliebig auslegen könne, weil er ja ohnehin kein Marxist-Leninist gewesen sei, wofür als „Beweis“ einen Brief Maos an Jiang Qing anführt vom 8. Juli 196674. Hoxha zitiert diesen Ausschnitt daraus: dass […] die Rechte an der Macht meine Worte benutzen kann, um für eine gewisse Zeit mächtig zu werden, doch die Linke kann andere meiner Worte benutzen und sich organisieren, um die Rechten zu stürzen.“75 Mir liegt der Brief im Volltext vor, also hier nun das Zitat im Kontext: „Wenn in China ein antikommunistischer Staatsstreich der Rechten erfolge sollte, so kann ich mit Bestimmtheit sagen, daß sie keine Ruhe haben würden, sehr wahrscheinlich wird das eine kurzlebige Sache sein. Denn alle die Interessen von über 95 Prozent des Volkes vertretenen Revolutionäre würden das nicht zulassen, zu dem Zeitpunkt könnten die Rechten meine Worte benutzen, um eine Zeitlang an die Macht zu kommen, die Linken werden daraufhin irgendwelche anderen Worte von mir benutzen, um sich zu organisieren und die Rechten niederzuschlagen.“76 Noch etwas mehr Kontext: Darüber, dass die Revisionisten faktisch nicht mehr am Marxismus-Leninismus festhalten, aber formell ihm noch anhängen (sozusagen „laut Statut“) sagte Mao: „Wenn Marx und Lenin bereits von ihnen zerschmettert wurden, um wie viel eher dann wir?“77 Mao war sich bewusst, dass die Revisionisten ein paar Zitate aus dem Kontext reißen können, um sich damit zu „legitimieren“, aber den Marxisten das auffallen wird und sie seine Worte so verwenden, wie sie im Kontext gemeint waren. Hatte nicht auch ein Chruschtschow Lenin friedliche Koexistenz missbraucht, um damit sein Kapitulantentum vor dem Imperialismus als seine eigene „friedliche Koexistenz“ zu verlautbaren? Missbrauchen Revisionisten nicht Lenins NÖP, um das Bestehen von Bourgeoisie und Marktwirtschaft zu rechtfertigen? Zitierte nicht Hoxha Stalin aus dem Kontext, um seine Behauptungen zu „stützen“ und zitierte er nicht Mao aus dem Kontext, um Anklagen gegen ihn erheben zu können, über Dinge, wie sie so nicht waren? Was Mao dort anspricht, den Missbrauch seiner Zitate durch Renegaten, ist bei Hoxha eingetreten, ironischerweise genau mit dem Zitat, mit welchem er seine Befürchtung zum Ausdruck brachte. Ähnlich sieht es auch aus mit einem Zitat über Mao zu Kompromissen. Hoxha zitierte von Mao: „So ist es möglich, mit einem Genossen, der Fehler gemacht hat, beide Hände zu gebrauchen: Mit der einen bekämpfen wir ihn, die andere reichen wir ihm zum Bund. Ziel des Kampfes ist es, die Prinzipien des Marxismus hochzuhalten; das ist unter Prinzipienfestigkeit zu verstehen. Das tut die eine Hand. Die andere dient der Einheit. Zweck der Einheit ist es, dem Betreffenden einen Ausweg offenzuhalten, mit ihm Kompromisse zu schließen; das nennt man Flexibilität.“78 Hoxha behauptet, dass Mao dies über die zwei Linien gesagt habe79. Aber er sagte dies lediglich darüber, wie man innerhalb der Partei Kader behandeln solle, die Fehler begangen haben. Zum einen muss man sie kritisieren, zum anderen aber versuchen sich wieder mit ihnen zu vereinigen auf der Grundlage des Marxismus. Dass der Betroffene Selbstkritik übt, ist ein Kompromiss gegenüber der anderen Konsequenz, nämlich ihn auszuschließen, wenn diese Person sich uneinsichtig zeigt. Das Statut der KPCh vom IX. Parteitag ist darüber klar und unerbittlich: „Renegaten, Geheimagenten, absolut besserungsunwillige, den kapitalistischen Weg gehende Machthaber, entartete Elemente und klassenfremde Elemente, die beweisfähig überführt sind, müssen aus der Partei hinausgesäubert und dürfen nicht wieder in die Partei aufgenommen werden.“80 Außerdem sagte Mao in einem Artikel, wo er die revisionistische Ausrichtung der Wenhui Bao kritisierte: „In der Frage der politischen Linie gibt es keinen Raum für Kompromisse.81 Mao lehnte also „Kuhhandel“ mit ideologischen Grundprinzipien ab. Hoxha log also auch hier und schien nicht begreifen zu wollen, dass bei Kompromissen es darauf ankommt, unter welchen Umständen sie wie gemacht werden82. Außerdem sagte Hoxha selbst einst, auf dem VI. Parteitag der PdAA, dies: „Die Demokratie festigt sich durch Debatten, das Aufeinanderprallen von Meinungen und Auffassungen, durch die Unterbreitung und Überwindung der Gegensätze. Das richtige Austragen von Meinungsverschiedenheiten ist nicht Ausdruck mangelnder Einheit, sondern ein effektives Mittel zu ihrer Festigung.“83 Das ist korrekt. Dennoch ließ er eben genau das bei Mao nicht gelten.

Ein weiteres Unruhmesblatt Hoxhas ist, dass Hoxha bejammerte, dass die Große Proletarische Kulturrevolution bloß „Chaos“ gewesen sei84. Damit sank Enver Hoxha unter das Niveau des aufrichtigen Liberalen Wilhelm Külz herab. Er erkannte die Notwendigkeit Reaktionäre zu stürzen, die dem gesellschaftlichen Fortschritt zuwiderhandeln, um diesen zum revolutionären Durchbruch zu verhelfen85 und sah die während der revolutionären Kämpfe bestehenden chaotischen Zustände als „schwere Zuckungen“, die „Übergangserscheinungen“ sind86. In der Tat gab es während der Kulturrevolution vielerorts für einige Zeit chaotische Zustände, da gegen die revisionistischen Anhänger Liu Schaotschis gekämpft wurde, welche Positionen in Staat und Partei im Griff hatten. Mao Tsetung sagte offen: „Diese Große Proletarische Kulturrevolution ist ein landesweiter Bürgerkrieg; auch hat die Bourgeoisie uns zuerst den Krieg erklärt, dann haben wir ihnen ebenfalls den Krieg erklärt.“87 Im Aufruf des ZK der KPCh zur Kulturrevolution stand geschrieben: „Vertraut den Massen, stützt euch auf sie und respektiert ihre Initiative! Befreit euch von der Furcht! Habt keine Angst vor Unordnung! Vorsitzender Mao hat uns oft gesagt, daß eine Revolution nicht so fein, so maßvoll, gesittet, höflich, zurückhaltend und großherzig durchgeführt werden kann88. Laßt die Massen sich in dieser großen revolutionären Bewegung selbst erziehen und es lernen, zwischen richtig und falsch und zwischen korrekter und unkorrekter Handlungsweise zu unterscheiden.89 Das hieß natürlich nicht, dass man alles dem Selbstlauf überlassen hätte. Im selben Beschluss des ZK der KPCh steht geschrieben: „Was das ZK der Partei von den Parteikomitees aller Ebenen verlangt, ist, daß sie an der richtigen Führung festhalten, vor allem wagen, kühn die Massen zu mobilisieren, den Zustand von Schwäche und Inkompetenz, wo solcher existiert, ändern, jene Genossen ermutigen, die Fehler gemacht haben, aber willens sind, sie zu berichtigen, ihre geistigen Hindernisse beiseite zu werfen und sich dem Kampf anzuschließen, und all jene den kapitalistischen Weg gehenden Machthaber von den leitenden Stellen entfernen und so die Wiederergreifung der Führung durch proletarische Revolutionäre ermöglichen.“90 Man ließ die Kulturrevolution also von den Parteikadern anführen, welche nicht den Revisionisten um Liu Schaotschi angehörten, um eben diese Revisionisten gemeinsam in enger Verbindung mit den Massen zu stürzen. Somit wurde auch die Partei von diesen Revisionisten gesäubert. Der Beschluss besagt: „Da die Kulturrevolution eine Revolution ist, stößt sie unvermeidlich auf Widerstand. Dieser kommt hauptsächlich von jenen Machthabern, die sich in die Partei eingeschlichen haben und den kapitalistischen Weg gehen.“91 Enver Hoxhas Gejammer über das „Chaos“ der Kulturrevolution ist absurd, immerhin müsste er doch selbst als erfolgreicher Revolutionsführer Kenntnis aus erster Hand haben, dass eine reaktionäre Klasse bzw. dessen Vertreter nicht mit netten Worten absetzen lässt, sondern bloß durch Klassenkampf. Außerdem: Gab es an den Orten, wo Hoxha die reaktionäre Staatsmacht des faschistischen Albanien zerschlug nicht auch temporär „Chaos“, welches alsbald einer revolutionären neuen Ordnung wich? Das war während der Kulturrevolution im Inhalt nicht anders, nur die Situation, die Form, war eine andere. War Hoxha etwas gegen das „Chaos“, weil er, wie die Revisionisten vom Schlage Liu Schaotschis und Deng Hsiaopings92 heuchlerisch darüber sich beklagten, die Große Proletarische Kulturrevolution habe sich nicht um die Produktion gekümmert und diese sogar verkümmern lassen? Aber dem war nicht so: „Die Große Proletarische Kulturrevolution ist eine gewaltige treibende Kraft für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte unseres Landes. Jede Ansicht, die große Kulturrevolution der Entwicklung der Produktion entgegenzustellen, ist falsch.“93 Das war verbunden mit den Aufrufen in der Industrie von Daqing (Industriestadt in Nordostchina) und in Landwirtschaft von Dazhai (eine vorbildliche Volkskommune) zu lernen94. Die Produktionsmittel nehmen den Klassencharakter jener Klasse an, welche diese besitzt bzw. über sie verfügt wie über Eigentum (z.B. durch das Pachten). Da der Sozialismus auf der Diktatur des Proletariats basiert, welche die demokratische Herrschaft des werktätigen Volkes bedeutet und somit, im Gegensatz zu den Diktaturen der Ausbeuterklassen, auf einer Bevölkerungsmehrheit basieren, genügt zur Zerstörung der proletarischen Diktatur, dass eine ohne weiteres nicht absetzbare Clique an die Macht gelangt, die zur Restauration des Kapitalismus hinwirkt. Dies ist im Keim schon eine Diktatur der Bourgeoisie, auch wenn die ökonomischen Grundlagen an sich genommen noch sozialistisch sind, diese werden nach und nach umgewandelt in kapitalistische. Dazu drückt diese Clique verschiedene Reformen durch, welche zurück zum Kapitalismus führen: Marktreformen, Aufhebung der Preisbindung etc, bis hin zur Privatisierung profitabler Betriebe, womit die Rückumwandlung in den Kapitalismus abgeschlossen wird. Die sozialistische Linie unter der Diktatur des Proletariats hat die genau entgegengesetzte Tendenz: Zunehmende Vergesellschaftung der Produktionsmittel, bis das Kollektiveigentum auf das Niveau von Volkseigentum angehoben wurde, Ausweitung der Planwirtschaft und dadurch Einengung des Marktes (der ohnehin so ziemlich nur noch aus dem Angebot aus den Nebenwirtschaften der Genossenschaften besteht) bis zu dessen Verdrängung usw. Am Anfang der Diktatur des Proletariats steht auch noch keine auf dem Volkseigentum basierende Wirtschaft, sondern die Enteignung der Bourgeoisie ist eine der ersten Maßnahmen, die diese umsetzt. Wozu dieser längere Diskurs? Weil dies Maos „Die Politik übernimmt das Kommando“95 entspricht. Die herrschende Klasse gestaltet allseitig, auf allen Ebenen die Gesellschaft, Kultur, Ideologie, Wirtschaft etc nach ihren Klasseninteressen um. Dieser Gedanke ist nicht von Mao ursprünglich entworfen worden, wenn dieser auch während der Großen Proletarischen Kulturrevolution wichtiger Bestandteil der Leitlinie der Partei war. Es ist eine Reformulierung dessen, was Lenin einst in einer Polemik gegen Trotzki und Bucharin schrieb: „Politik ist der konzentrierte Ausdruck der Ökonomik. […] Die Politik hat notwendigerweise das Primat gegenüber der Ökonomik. Anders argumentieren heißt das Abc des Marxismus vergessen.“96 Hoxha „vergaß“ es, als er über das „Chaos“ jammerte, statt sich zu fragen, welche Klassen gegeneinander kämpfen und welche Seite davon zu unterstützen ist.

Die Revolutionierung Albaniens – Enver Hoxhas „kleine Kulturrevolution“ der 60er/frühen 70er Jahre

Einst sprach Hoxha selbst die Worte: „Politik und Ideologie führen das Oberkommando“97. Er verwendete es in einem sehr ähnlichen Kontext, wie auch Mao Tsetung. Dies war wohl auch dem Umstand geschuldet, dass die PdAA unter Hoxhas Führung, trotz der Verleumdungen im Nachhinein, eine Art kleine Kulturrevolution in Albanien durchführte, welche sie „Revolutionierung“98 nannte. Das ist auch der KPCh nicht entgangen. Im Glückwunschtelegramm zum 23. Jahrestag der Befreiung Albaniens vom 28. November 1967 schrieben Mao Tsetung, Lin Biao und Tschou Enlai: In den letzten Jahren haben die Partei der Arbeit Albaniens und die albanische Regierung eine Reihe von bedeutsamen Maßnahmen eingeleitet, um in allen Bereichen des Partei- und Staatslebens eine umfassende und tiefgreifende Bewegung zur Revolutionierung in gang zu setzen, man schuf somit neue Erfahrungen für die Stärkung und Konsolidierung der Diktatur des Proletariats und zur Verhinderung der Restauration des Kapitalismus. Diese Bewegung zur Revolutionierung hat nicht nur weitreichende Bedeutung als Garantie für das siegreiche Voranschreiten Albaniens auf dem sozialistischen Weg, sondern leistet auch herausragende Beiträge zur Bereicherung der Schatzkammer des Marxismus-Leninismus.“99 Der Sammelband von Dokumenten der PdAA und Reden Enver Hoxhas 1966-1971, den der Oberbaumverlag veröffentlichte und aus welchem ich hier bereits reichlich zitierte, hatte als Leitfaden der Werksauswahl eben diese Revolutionierung Albaniens. Hoxha vertrat beispielsweise ein System der „Arbeiterkontrolle“, das nach den Vorschlägen der Arbeiterklasse gestaltet werden sollte100. Eine entscheidende Rolle dabei sollte laut Hoxha die Anwendung der Massenlinie spielen101 und sagte über diese: „Die Massenlinie kann nicht durchgesetzt werden ohne Selbstkritik und offene, prinzipienfeste Kritik in der Partei und unter den Massen an Unzulänglichkeiten und Schwächen – um wen auch immer es sich handeln mag.“102 Hoxha wandte sich auch dagegen, dass dies bloß als eine Formalie behandelt werden könnte: „Von entscheidender Bedeutung ist hier die von der Arbeiterklasse ausgeübte Kontrolle. Diese Kontrolle sollte nicht formal sein, und wir sollten uns nicht zufriedengeben mit gewissen blassen Ergebnissen bei der Anwendung von Gesetzen und Verordnungen, die so oft unnütz, weil überholt sind. Nein! Die Partei sollte die Kontrolle der Arbeiter so entwickeln, daß sie die Parteiorganisationen, ihre Führung, die Verwaltung, die Gesetze und Verordnungen in allen Fällen, wo es notwendig wird, revolutioniert und aufrüttelt. Wenn wir dieses Schlüsselproblem der Revolution, der Diktatur des Proletariats und der Partei der Arbeiterklasse anders verstehen, dann werden wir schwere Fehler machen.“103 Ebenfalls schien Hoxha sich bewusst gewesen zu sein, dass auch die PdAA ihre Farbe wechseln könnte, wenn sie von Revisionisten übernommen wird: „Nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis erzieht die Partei die Klasse dazu, hart einzugreifen und das letzte Wort zu behalten, wenn verbürgerlichte und revisionistische Elemente versuchen, die Partei von ihrer korrekten marxistisch-leninistischen Linie wegzulenken.“104 Im Falle der KPCh zehn Jahre später nahm er statt einer Analyse auf Grundlage dieser hier geäußerten richtigen Erkenntnis bloß eine Lügentirade vor, warum die KPCh nie marxistisch gewesen sei. Wie man hier ersehen kann, tat er dies nicht nur wissentlich, sondern warf auch seine von ihm selbst einst vertretenen marxistischen Prinzipien über Bord. Genauso war es auch bei seiner Wehleidigkeit gegenüber dem „Chaos“. Über die Übel des Revisionismus sagte Hoxha auf dem VI. Parteitag der PdAA im November 1971 ganz klar: „Diese Übel können nur dann beseitigt werden, wenn die Revisionisten gestürzt werden und die Diktatur des Proletariats wiederhergestellt wird.“105 Nun etwas zum Beginn der Revolutionierung, was diese ausgelöst hat.

Dazu liegt mir ein offener Brief des ZK der PdAA vom 4. März 1966 vor, welcher sozusagen ein Aufruf zur albanischen Kulturrevolution ist. Über einen von den realen Bedürfnissen der Massen bürokratischen Arbeitsstil steht dort geschrieben: „Daraus erwächst eine Reihe bürokratischer Abirrungen, welche die Verbindung der staatlichen Körperschaften mit den Massen geschädigt, deren schöpferische Initiative gehemmt und eine schnelle Lösung der Probleme und Schwierigkeiten des Volkes behindert, Würdenträgertum und Formalismus gefördert und in einigen Fällen das Volk selbst verwirrt und beunruhigt haben.“106 Auch wird moniert, dass sich Exekutivorgane oftmals über Anweisungen der gewählten Volksvertretungen hinweggesetzt haben und diesen sogar noch Befehle gaben107. Der demokratische Zentralismus wurde korrekterweise als das grundlegende Organisationsprinzip des Sozialismus gesehen, was es gegen Erscheinungen des bürokratischen Zentralismus zu verteidigen gilt108. Über formalistische Anordnungen steht geschrieben: „Dadurch, daß die Fragen nicht sorgfältig vom politischen Gesichtspunkt aus betrachtet wurden, verließ man sich auf Verwaltungsmaßnahmen, Papiere und Regulationen, Verordnungen und Gesetze. Man vergaß, daß das nur tote Buchstaben sind, wenn man nicht gleichzeitig die Volksmassen mobilisiert, wenn diese Anordnungen von den Volksmassen nicht verstanden und überwacht werden. So ist es vorgekommen, daß mit zahlreichen Dispositionen gespickte Erlässe und Verordnungen herausgegeben wurden, wenn Diebstähle begangen oder sozialistisches Eigentum veruntreut wurde, um dieses Übel zu beseitigen. Aber kann denn das sozialistische Eigentum einfach durch Gesetze und Verordnungen vor Übeltätern geschützt werden? Gesetze und Verordnungen sind notwendig, aber der entscheidende Faktor zur Sicherung, zum Schutz und zur weiteren Festigung und Entwicklung des sozialistischen Eigentums besteht darin, daß das ganze Volk ständig darüber wacht.“109 Und im Jahre 1978 warf dann Hoxha Mao vor, dass er eine „versöhnlerische Haltung gegenüber Reaktionären“ habe, da er ein „Verbot der Tätigkeit der Feinde für falsch“ halte110. Wie oben bereits in einem Zitat von Mao dargelegt, war er standfest auf der marxistischen Weltanschauung und betrieb damit nicht Schacher. Beim zweiten Teil dieser Anschuldigung muss man sagen, dass da etwas dran ist der Form nach, aber inhaltlich dennoch falsch ist. Es ist richtig, dass Mao Tsetung nicht auf ein formales Verbot hindrängte, denn auch er war sich, wie die PdAA noch 1966, bewusst, dass dies ohne Massenkampf nichts wert ist. Im Beschluss des ZK der KPCh zur Kulturrevolution steht klar drin, dass man aus Widersprüchen zwischen dem Volk und dem Klassenfeind nicht als Widerspruch im Volk behandeln darf111. Richtig ist, dass Mao es ablehnte, eine jede Person zu bestrafen, wenn sie bloß ein paar reaktionäre Parolen verbreitet hat, ohne gewaltsam Konterrevolution zu betreiben und schlug stattdessen Diskussionen über diese Themen vor112. Dennoch bewies die Kulturrevolution, dass Mao Tsetung sehr wohl Klassenfeinde bekämpfte, und zwar mit handfesten Mitteln statt Papierkrieg, wie es wohl der Hoxha der späten 70ern getan hätte. Im offenen Brief stand des weiteren drin, dass man Erscheinungen, wie das Herumkommandieren, Unaufmerksamkeit gegenüber den Werktätigen, Abwürgen der Meinung und Kritik der Massen und den Nepotismus bekämpfe113. Man gab also zu, dass solche Erscheinungen in Albanien auftraten. Außerdem wird von China dort gesagt, dass Albanien die „umfassende internationalistische Hilfe der Volksrepublik China, des großen chinesischen Brudervolkes und seiner Ruhmreichen Kommunistischen Partei“ genieße114, was die späteren rückwirkenden Verleumdungen durch Hoxha noch befremdlicher erscheinen lässt. Genauso eine Aussage in einer Rede Enver Hoxhas, in welcher er sagt: „Unsere Partei hat, gemeinsam mit der KP Chinas und allen marxistisch-leninistischen Kräften der Welt, einen nachdrücklichen und prinzipiellen Kampf gegen den revisionistischen Verrat geführt und führt ihn weiter.“115 Das war richtig und zeigte sich auch in der Ähnlichkeit der Methoden, die Tatsache, dass die PdAA damals noch von der KPCh lernte. Die Revolutionierung in Albanien hatte dem offenen Brief des ZK der PdAA zufolge diese Kernzweck: „Das Hauptziel der Maßnahmen, die das Zentralkomitee der Partei und die Regierung ergriffen haben und im Kampf gegen den Bürokratismus und seine negativen Folgen weiterhin ergreifen werden, ist eine noch engere Verschmelzung unserer Staatsmacht und ihres Apparats mit dem Volk, mit den breiten Massen der Arbeiter und Bauern, sowie eine weitere allseitige Entwicklung ihrer schöpferischen Initiative bei der Lösung von Problemen des sozialistischen Aufbaus.“116 Es ist wohl kein Zufall, dass Mao Tsetung während der Großen Proletarischen Kulturrevolution in China ähnliche Maßnahmen im Auge hatte: Der grundlegendste Punkt bei der Reform der staatlichen Organe ist die Verbindung mit den Massen, bei der Reform ihrer Strukturen muß man sich dementsprechend mit den Massen verbinden und darf keine bürokratischen Strukturen fördern.“117 Und auch bei Hoxha persönlich findet man die Unterstützung solcher Maßnahmen118.

Nicht nur hier zeigte sich, dass man die Erfahrungen der KPCh wertschätzte und verwendete. Man war sich auch der ideologischen Hintergründe bewusst. Ndreci Plesari schrieb in einem Artikel aus dem Jahre 1972: „Im gegenwärtigen Stadium des vollständigen Aufbaus der sozialistischen Gesellschaft betrachtet die Partei den Widerspruch zwischen sozialistischer Ideologie und bürgerlicher Ideologie als den Hauptwiderspruch, weil sie in der Lösung dieses Widerspruches die Bedingung für den vollständigen Sieg der sozialistischen Revolution in unserem Lande sieht. […] Im gegenwärtigen Stadium bestehen die antagonistischen Widersprüche innerhalb des Landes hauptsächlich auf dem Gebiet der Ideologie.119 Und Enver Hoxha sagte auf dem VI. Parteitag der PdAA: „Dieser Kampf [gegen den Bürokratismus; L. M.] ist für die Zukunft der Diktatur des Proletariats lebenswichtig, weil der Bürokratismus ein großes Übel ist und tiefe Wurzeln hat. Er führt, wie die negativen Erfahrungen der Sowjetunion und einiger anderer Länder zeigen, zur Trennung des Staates von den Volksmassen. Die leitenden Organe und die Kader stehen über den Massen und außerhalb ihrer Kontrolle, die sozialistische Demokratie wird geschwächt, es entsteht ein bürokratischer Zentralismus und die Diktatur des Proletariats entartet.“120 und „Als eine neue Gesellschaftsordnung, die unter den Bedingungen eines heftigen Klassenkampfes zwischen dem Proletariat und der Bourgeoisie im nationalen und internationalen Maßstab aufgebaut wird, kann die Entwicklung des Sozialismus nicht ruhig, nicht ohne Schwierigkeiten und Widersprüche verlaufen.“121 Das ist buchstäblich nichts anderes, als eine Kopie der Linie der KPCh während der Großen Proletarischen Kulturrevolution. Mao wies schon auf der 3. Plenartagung des VIII. ZK der KPCh im Oktober 1957 darauf hin, dass der Primärwiderspruch weiterhin der zwischen Proletariat und Bourgeoisie ist und wies Liu Schaotschis Theorie des Absterbens des Klassenkampfes zurück122. Im September 1962 bekräftigte Mao Tsetung dies noch einmal auf der 10. Plenartagung des VIII. ZK der KPCh123. Der Beschluss des ZK der KPCh zur Kulturrevolution führte genau das nochmals an124 als ideologische Begründung und Lin Biao sagte auf dem IX. Parteitag der KPCh: Der Klassenkampf auf ideologischem und politischen Gebiet wird keinesfalls aufhören. Der Kampf zwischen dem Proletariat und der Bourgeoisie wird keineswegs deshalb aufhören, weil wir die Macht ergriffen haben.“125 Zurück zu Albanien. Auffällig ist, dass man in den mir vorliegenden Materialien der PdAA der Schwarzmarktbourgeoisie keinerlei Aufmerksamkeit schenkte, wie es die KPCh getan hat. Dennoch übernahm man sehr wohl die Kernlehren der Kulturrevolution für Albanien, verfolgte eine ganze Weile eine marxistisch-leninistische Linie im Kampf gegen die kapitalistische Restauration von innen.

Der rückwirkende Bruch mit Mao Tsetungs richtigen Lehren und der KPCh Maos geschah also wider besseren Wissens, aus bewusstem Renegatentum. Nun zum Schluss.

Schlussresümee

Anbetracht dieser Materialien der PdAA und Werke Enver Hoxhas in Gegenüberstellung sieht man, dass er seiner Leserschaft keineswegs ehrlich gegenüber ist ab den späten 70er Jahren. Wie anhand eines Beispiels gezeigt, hatte die PdAA schon früher Probleme mit dogmatischen Abweichungen, aber vertrat eine ganze Zeit lang eine marxistisch-leninistische und sogar am Maoismus orientierte Linie. Warum Hoxha das rückwirkend versuchte aus der Welt zu schaffen, kann ich nicht beantworten, würde ins Reich der faktenlosen Spekulation fallen. Aber dass er es tat, das konnte ich nachweisen.

In der Bibel findet sich folgende Spruchweisheit: […] nach welchem Recht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden.“126 Enver Hoxha beanspruchte für sich ein großer Marxist-Leninist zu sein. Kann man sagen, dass er diesem Anspruch gerecht wurde? Vielleicht vor 1976, wenn überhaupt, danach aber wohl kaum. Er handelte dem dialektischen Materialismus wissentlich zuwider, als er sich Zitate „zurechtschnitt“ und Behauptungen erfand, um Mao Tsetung und die KPCh in Grund und Boden zu verleumden, setzte seine subjektive Denke vor objektive Tatsachen. Traf nicht in seinen späten Jahren zu, was er 1970 in einer Rede über andere sagte: „Es gibt Menschen, die, obwohl sie sich als Materialisten aufspielen, den Ideen und dem Gewissen den ersten Platz einräumen.“127 Er tat genau das, als er sich erst Anschuldigungen gegen Mao und die KPCh überlegte und danach alles, was er dazu „passend machen“ konnte verwendete und seinen Lesern die Wahrheit samt allem, was seinen Beschuldigungen widersprach, verschwieg. Ganz besonders versuchte er ja die Kulturrevolution als einen „Militärputsch“ darzustellen, obwohl sie von den werktätigen Massen geführt wurde und er davon Kenntnis hatte. Über die Revolutionierung in Albanien sagte er im Jahre 1968: „Die revolutionäre Umgestaltung der Gesellschaft wird durch Menschen vollbracht, durch Organisation, Erziehung, Studium und Leistung.“128 China gestand er das, wie bereits angeführt, im Nachhinein nicht mehr zu. Das weiter oben erwähnte Zitat Lenins darüber, was ein Putsch ist, wurde im Kontext des Osteraufstandes in Irland geäußert. Die Bourgeoisie nannte dies auch einen „Putsch“ obwohl es eine Bewegung der irischen werktätigen Massen war. Lenin sagte über diese Einschätzung: Wer einen solchen Aufstand einen Putsch nennt, ist entweder der schlimmste Reaktionär oder ein hoffnungsloser Doktrinär, der unfähig ist, sich die soziale Revolution als eine lebendige Erscheinung vorzustellen.“129 Bei Hoxha lag es nicht an Unfähigkeit, soviel ist klar. Dass Hoxhas Anschauungen reaktionär entartet sind, das trifft es wohl eher. Um nur zwei Beispiele zu nennen: Hatte er nicht Behauptungen wiedergekäut, die auch die Sowjetrevisionisten anführten, besonders mit dem „Militärputsch“-Vorwurf oder mit seiner Negierung der Neuen Demokratie im Nachhinein im Gleichklang mit den Trotzkisten geschimpft? In der Tat, auf deren Positionen begab er sich und ummantelte diese reaktionären Inhalte mit „ultralinken“ Phrasen, obwohl er diese noch um 1970 in seinen Werken mehrfach zurückwies. Auf dem VI. Parteitag der PdAA im Jahre 1971 sagte Hoxha noch: Obwohl sie [Trotzkisten und Anarchisten; L. M.] oft mit ultralinken und antirevisionistischen Losungen auftreten, machen sie doch gemeinsames Spiel mit den Revisionisten und unterminieren mit ihnen zusammen die Sache der Revolution.“130 Das konnte man bereits knapp zehn Jahre später über Hoxha selbst sagen. Und diese Worte Plesaris begannen auf die PdAA zuzutreffen, da diese Partei vorgab antirevisionistisch zu sein, aber es nicht mehr war: „Einer der Wesenszüge der revisionistischen Parteien besteht darin, daß ihre Worte nicht mit ihren Taten übereinstimmen.“131 Es bleibt dort die Frage nach dem „Warum?“, welche ich nicht beantworten kann. Aber es war nicht der erste Fall von „gefallenen Engeln“ in der Geschichte. Mao Tsetung schrieb einst: „Was denn soll das Kriterium dafür sein, ob ein junger Mensch revolutionär ist? Wie kann man das feststellen? Es gibt nur ein Kriterium: Will er sich mit den breiten Massen der Arbeiter und Bauern verbinden und tut er das auch tatsächlich oder nicht. Wenn er sich mit den Arbeitern und Bauern verbinden will und das tatsächlich tut, ist er revolutionär; andernfalls ist er nichtrevolutionär oder konterrevolutionär. Wenn er sich heute mit den Massen der Arbeiter und Bauern verbindet, ist er heute ein Revolutionär. Wenn er aber morgen nicht mit ihnen verbunden ist oder umgekehrt das einfache Volk unterdrückt, wird er ein Nichtrevolutionär oder ein Konterrevolutionär sein. Manche junge Menschen führen lediglich großartige Reden im Mund von ihrem Glauben an die Drei Volksprinzipien oder an den Marxismus; aber das zählt nicht. Schaut doch, schwatzt nicht Hitler auch von seinem ´Glauben an den Sozialismus´? Auch Mussolini war vor zwanzig Jahren noch ein ´Sozialist´! Aber was ist denn im Grunde ihr ´Sozialismus´? Nichts anderes als Faschismus! Hat nicht auch Tschen Du-hsiu an den Marxismus ´geglaubt´? Und was hat er dann getan? Er ist zu den Konterrevolutionären übergelaufen. Hat nicht Dschang Guo-tao ebenfalls an den Marxismus ´geglaubt´? Und wo ist er jetzt hingeraten? Er hat sich aus dem Staub gemacht und ist im Sumpf gelandet. Es gibt manche Leute, die sich selbst für ´Anhänger der Drei Volksprinzipien´ ausgeben, ja sogar für deren namenhafteste Verfechter. Doch was haben sie gemacht? Wie sich herausstellt, besteht ihr Prinzip des Nationalismus in einem Komplott mit dem Imperialismus, ihr Prinzip der Demokratie in der Unterdrückung des einfachen Volkes und ihr Prinzip des Volkswohls darin, dem Volk möglichst viel Blut auszusaugen. Mit den Lippen sind sie Anhänger, im Herzen aber Gegner der Drei Volksprinzipien. Deshalb brauchen wir, wenn wir einen Menschen einschätzen und wissen wollen, ob er ein falscher oder echter Anhänger der Drei Volksprinzipien, ein falscher oder echter Marxist ist, nur zu untersuchen, wie seine Beziehungen zu den breiten Massen der Arbeiter und Bauern sind, und alles wird sofort klar werden. Es gibt nur dieses eine Kriterium, ein anderes gibt es nicht.“132

Es gibt verschiedene Gründe, warum Menschen reaktionär entarten können. Ohne weitere Informationen lässt sich nicht der genaue Grund bestimmen. Aber an ihren Taten wir man erkennen, auf wessen Seite sie im Klassenkampf stehen. Kautsky vertrat einst eine proletarische Linie, später verleumdete er die sozialistische Revolution und Lenin entlarvte sein Renegatentum in „Die proletarische Revolution und der Renegat Kautsky“. Enver Hoxha vertrat auch einst eine proletarische Linie und tat es Kautsky gleich, wurde zum Renegaten, der über Bord warf, was er einst an richtigen Lehren vertreten hatte.

Man sollte also vorsichtig sein, wenn man von der PdAA versucht zu lernen, aufgrund dieser Unehrlichkeit und des späteren Renegatentums. Man sollte also beim lesen von Hoxhas Werken Vorsicht walten lassen und seinen eigenen Kopf benutzen, analysieren und überprüfen, ob das gesagte stimmig ist. Als ein Buchverbot sollte dieser Artikel keinesfalls betrachtet werden. Sagt Hoxha bzw. die PdAA in einem Sachverhalt die Wahrheit, so kann man positiv aus ihnen lernen, lügt Hoxha bzw. die PdAA, dann kann man am negativen Beispiel von ihnen lernen.

2Vgl. Enver Hoxha „Imperialismus und Revolution“, Verlag 8 Nentori, Tirana 1979, S. 492.

4Vgl. Enver Hoxha „Bericht über die Tätigkeit des Zentralkomitees der Partei der Arbeit Albaniens“ (1. November 1971) In: „Aufbau des Sozialismus in Albanien – Schriften zur Weiterführung des Klassenkampfes im Sozialismus“, Oberbaumverlag, Berlin 1972, S. 285/286.

5Vgl. Ebenda, S. 285.

6Ebenda, S. 291 f.

7Vgl. Enver Hoxha „Imperialismus und Revolution“, Verlag 8 Nentori, Tirana 1979, S. 474.

8Vgl. Enver Hoxha „Die Chruschstchowianer“, Verlag 8 Nentori, Tirana 1980, S. 448.

9Vgl. Ebenda, S. 366/367.

10Vgl. Ebenda, S. 367.

11Vgl. Kurt Gossweiler „Wie konnte das geschehen?“, Bd. II, KPD/Offen-siv, Bodenfelde 2017, S. 275.

12Enver Hoxha „Die Chruschstchowianer“, Verlag 8 Nentori, Tirana 1980, S. 207.

13Siehe dazu bspw. Molotows Memoiren „Molotov Remembers“.

14Enver Hoxha „Imperialismus und Revolution“, Verlag 8 Nentori, Tirana 1979, S. 313.

15Vgl. Enver Hoxha „Lernen wir die marxistisch-leninistische Theorie in enger Verbindung mit der revolutionären Praxis“ (8. November 1970) In: „Aufbau des Sozialismus in Albanien – Schriften zur Weiterführung des Klassenkampfes im Sozialismus“, Oberbaumverlag, Berlin 1972, S. 206.

16Enver Hoxha „Bericht über die Tätigkeit des Zentralkomitees der Partei der Arbeit Albaniens“ (1. November 1971) In: Ebenda, S. 235/236.

17Ebenda, S. 234.

18Siehe: „Die Arbeiterklasse der revisionistischen Länder muß auf dem Kampfplatz erscheinen und die Diktatur des Proletariats wiederherstellen“ (24. März 1968) In: Ebenda, S. 85.

19Vgl. Ebenda.

20Siehe: „Gedankenkraft und Sprachgewalt bei Marx und Engels“ (9. April 1958) In: Otto Grotewohl „Im Kampf um die einige Deutsche Demokratische Republik“, Bd. V, Dietz Verlag, Berlin 1959, S. 602.

21Enver Hoxha „Imperialismus und Revolution“, Verlag 8 Nentori, Tirana 1979, S. 454.

22Vgl. Ebenda, S. 471.

23Vgl. Ebenda, S. 453.

24Vgl. Ebenda, S. 460.

25Vgl. Ebenda, S. 462.

26Vgl. Ebenda, S. 523.

27„Die Ergebnisse der Diskussion über die Selbstbestimmung“ (Juli 1916) In: W. I. Lenin „Werke“, Bd. 22, Dietz Verlag, Berlin 1971, S. 363.

28Enver Hoxha „Imperialismus und Revolution“, Verlag 8 Nentori, Tirana 1979, S. 471/472.

29„Stellungnahme an Lin Biao“ (21. Januar 1967) In: Mao Zedong „Texte“, Bd. VI.1, Carl Hanser Verlag, München/Wien 1982, S. 237.

30„Rede vor einer albanischen Militärdelegation“ (1. Mai 1967) In: Ebenda, S. 266.

31Vgl. Enver Hoxha „Imperialismus und Revolution“, Verlag 8 Nentori, Tirana 1979, S. 472.

33Vgl. „Stellungnahme an Lin Biao zum ´Bericht über die weitere Verbesserung der landwirtschaftlichen Arbeit der Truppen´ der Hauptabteilung für Logistik des Militärkomitees – 7. Mai-Weisung“ (7. Mai 1966) In: Mao Zedong „Texte“, Bd. VI.1, Carl Hanser Verlag, München/Wien 1982, S. 163.

34Vgl. Ebenda, S. 164.

35Gemeint ist der Sturz der Revisionisten an der Macht der örtlichen Staatsorgane in Shanghai im Januar 1967.

36„Rede vor einer albanischen Militärdelegation“ (1. Mai 1967) In: Ebenda, S. 266.

37„Statut der Kommunistischen Partei Chinas“, Verlag für fremdsprachige Literatur, Peking 1969, S. 1 ff.

38Ebenda, S.15/16.

39Siehe: „Die Orientierung der Jugendbewegung“ (4. Mai 1939) In: Mao Tse-tung „Ausgewählte Werke“, Bd. II, Verlag für fremdsprachige Literatur, Peking 1968, S. 279 ff.

40Hoxha zitiert aus diesem Werk lediglich: Welche Rolle haben die Jugendlichen Chinas seit der Bewegung des 4. Mai gespielt? In gewissem Sinn die Rolle einer Avantgarde.“ („Die Orientierung der Jugendbewegung“ (4. Mai 1939) In: Mao Tse-tung „Ausgewählte Werke“, Bd. II, Verlag für fremdsprachige Literatur, Peking 1968, S. 283/284). Die Stelle, an der Hoxha das Zitat (nach der Übersetzung aus der albanischen Ausgabe ins Deutsche) anführt: Enver Hoxha „Imperialismus und Revolution“, Verlag 8 Nentori, Tirana 1979, S. 453.

41„Die Orientierung der Jugendbewegung“ (4. Mai 1939) In: Mao Tse-tung „Ausgewählte Werke“, Bd. II, Verlag für fremdsprachige Literatur, Peking 1968, S. 284.

42Enver Hoxha „Imperialismus und Revolution“, Verlag 8 Nentori, Tirana 1979, S. 453.

43Siehe: „Beschluss des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas über die Große Proletarische Kulturrevolution“ (8. August 1966) In: „Wichtige Dokumente der Großen Proletarischen Kulturrevolution“, Verlag für fremdsprachige Literatur, Peking 1970, S. 146 ff.

44Ebenda, S. 157.

45Enver Hoxha „Imperialismus und Revolution“, Verlag 8 Nentori, Tirana 1979, S. 462.

46Vgl. „Zur Frage des genossenschaftlichen Zusammenschlusses in der Landwirtschaft“ (31. Juli 1955) In: Mao Tsetung „Ausgewählte Werke“, Bd. V, Verlag für fremdsprachige Literatur, Peking 1978, S. 224. Mao verglich die Kollektivierung mit dem auf- und absteigen von einem Pferd.

47„Rede vor einer albanischen Militärdelegation“ (1. Mai 1967) In: Mao Zedong „Texte“, Bd. VI.1, Carl Hanser Verlag, München/Wien 1982, S. 263.

48„Über die Industrialisierung des Landes und über die rechte Abweichung in der KPdSU(B)“ (19. November 1928) In: J. W. Stalin „Werke“, Bd. 11, Dietz Verlag, Berlin 1954, S. 252. Hoxha zitiert diese Aussage hier: Enver Hoxha „Imperialismus und Revolution“, Verlag 8 Nentori, Tirana 1979, S. 464.

49Vgl. „Beschluss des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas über die Große Proletarische Kulturrevolution“ (8. August 1966) In: „Wichtige Dokumente der Großen Proletarischen Kulturrevolution“, Verlag für fremdsprachige Literatur, Peking 1970, S. 157.

50Siehe bspw.: „Über die Mängel der Parteiarbeit und die Maßnahmen zur Liquidierung der trotzkistischen und sonstigen Doppelzüngler“ (3. und 5. März 1937) In: J. W. Stalin „Werke“, Bd. 14, Verlag Roter Morgen, Dortmund 1976, S. 140.

51Enver Hoxha „Imperialismus und Revolution“, Verlag 8 Nentori, Tirana 1979, S. 463.

52„Partei-Rektifizierung“ (16. Oktober 1968) In: „Mao Papers“, Nymphenburger Verlagsbuchhandlung, München 1972, S. 200.

53Vgl. Enver Hoxha „Imperialismus und Revolution“, Verlag 8 Nentori, Tirana 1979, S. 451.

54Siehe: „Kritik an Peng Zhen“ (28. April 1966) In: Mao Zedong „Texte“, Bd. VI.1, Carl Hanser Verlag, München/Wien 1982, S. 161 f.

55Ebenda, S. 162.

56„Gespräch mit Kapo und Balluku“ (3. Februar 1967) In: Ebenda, S. 241.

57Siehe: Ebenda.

58Siehe: Ebenda, S. 266 ff.

59Vgl. Ebenda.

60Vgl. Ebenda, S. 269.

61Vgl. Ebenda.

62Vgl. Ebenda.

63Ebenda.

64Vgl. Ebenda, S. 270.

65Ndreci Plesari „Die Vorhut der Revolution und des sozialistischen Aufbaus“ (1972) In: „Aufbau des Sozialismus in Albanien – Schriften zur Weiterführung des Klassenkampfes im Sozialismus“, Oberbaumverlag, Berlin 1972, S. 305.

66Vgl. Enver Hoxha „Imperialismus und Revolution“, Verlag 8 Nentori, Tirana 1979, S. 522/523.

67Siehe: Enver Hoxha „Die Chruschstchowianer“, Verlag 8 Nentori, Tirana 1980, S. 448.

68Siehe: Enver Hoxha „Imperialismus und Revolution“, Verlag 8 Nentori, Tirana 1979, S. 471.

69Vgl. Ebenda, S. 521.

70Vgl. Ebenda, S. 522.

71Vgl. Ebenda, S. 294.

72Vgl. Ebenda, S. 511.

73Vgl. Enver Hoxha „Lernen wir die marxistisch-leninistische Theorie in enger Verbindung mit der revolutionären Praxis“ (8. November 1970) In: „Aufbau des Sozialismus in Albanien – Schriften zur Weiterführung des Klassenkampfes im Sozialismus“, Oberbaumverlag, Berlin 1972, S. 198.

74Vgl. Enver Hoxha „Imperialismus und Revolution“, Verlag 8 Nentori, Tirana 1979, S. 460.

75Zit. nach: Ebenda.

76„Brief an Jiang Qing“ (8. Juli 1966) In: Mao Zedong „Texte“, Bd. VI.1, Carl Hanser Verlag, München/Wien 1982, S. 178.

77Ebenda, S. 176.

78„Die dialektische Methode in der Frage der Einheit der Partei“ (18. November 1957) In: Mao Tsetung „Ausgewählte Werke“, Bd. V, Verlag für fremdsprachige Literatur, Peking 1978, S. 585. Bei Hoxha zitiert hier: Enver Hoxha „Imperialismus und Revolution“, Verlag 8 Nentori, Tirana 1979, S. 462/463.

79Vgl. Enver Hoxha „Imperialismus und Revolution“, Verlag 8 Nentori, Tirana 1979, S. 462.

80„Statut der Kommunistischen Partei Chinas“, Verlag für fremdsprachige Literatur, Peking 1969, S. 23/24.

81„Die bürgerliche Orientierung der Wenhui Bao muss kritisiert werden“ (1. Juli 1957) In: Mao Tsetung „Ausgewählte Werke“, Bd. V, Verlag für fremdsprachige Literatur, Peking 1978, S. 512.

82Vgl. „Über Kompromisse“ (März/April 1920) In: W. I. Lenin „Ausgewählte Werke in sechs Bänden“, Bd. V, Dietz Verlag, Berlin 1973, S. 441.

83Enver Hoxha „Bericht über die Tätigkeit des Zentralkomitees der Partei der Arbeit Albaniens“ (1. November 1971) In: „Aufbau des Sozialismus in Albanien – Schriften zur Weiterführung des Klassenkampfes im Sozialismus“, Oberbaumverlag, Berlin 1972, S. 268.

84Siehe: Enver Hoxha „Imperialismus und Revolution“, Verlag 8 Nentori, Tirana 1979, S. 452, 454, 455 und 521.

85Vgl. „Im Fortschritt ist die Zukunft“ (17./18. März 1948) In: Wilhelm Külz „Aus Reden und Aufsätzen“, Buchverlag Der Morgen, Berlin 1984, S. 149.

86Vgl. „Deutschland und Rußland seit dem Jahre 1918“ (20. April 1947) In: Ebenda, S. 108/109.

87„Rede auf einer Konferenz für Kader oberhalb der Ebene der Armee“ (19. März 1967) In: Mao Zedong „Texte“, Bd. VI.1, Carl Hanser Verlag, München/Wien 1982, S. 260.

88Vgl. „Untersuchungsbericht über die Bauernbewegung in Hunan“ (März 1927) In: Mao Tse-tung „Ausgewählte Werke“, Bd. I, Verlag für fremdsprachige Literatur, Peking 1968, S. 27.

89„Beschluss des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas über die Große Proletarische Kulturrevolution“ (8. August 1966) In: „Wichtige Dokumente der Großen Proletarischen Kulturrevolution“, Verlag für fremdsprachige Literatur, Peking 1970, S. 155.

90Ebenda, S. 154.

91Ebenda, S. 149/150.

92Siehe bspw.: „We shall expand political Democracy and carry out economic Reform“ (15. April 1985) In: „Selected Works of Deng Xiaoping“, Vol. III, Foreign Languages Press, Beijing 1994, S. 121 ff, Englisch.

93„Beschluss des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas über die Große Proletarische Kulturrevolution“ (8. August 1966) In: „Wichtige Dokumente der Großen Proletarischen Kulturrevolution“, Verlag für fremdsprachige Literatur, Peking 1970, S. 172.

94Siehe: „Kommuniqué der 11. Plenartagung des VIII. Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas“ (12. August 1966) In: Ebenda, S. 182.

95„Ein Abschnitt aus dem Aufsatz ´Gegen den Eklektizismus´“ (2. Dezember 1965) In: Mao Zedong „Texte“, Bd. VI.1, Carl Hanser Verlag, München/Wien 1982, S. 120.

96„Noch einmal über die Gewerkschaften, die gegenwärtige Lage und die Fehler der Genossen Trotzki und Bucharin“ (25. Januar 1921) In: W. I. Lenin „Ausgewählte Werke in sechs Bänden“, Bd. VI, Dietz Verlag, Berlin 1973, S. 93.

97Enver Hoxha „Die Kontrolle durch die Arbeiterklasse“ (9. April 1968) In: „Aufbau des Sozialismus in Albanien – Schriften zur Weiterführung des Klassenkampfes im Sozialismus“, Oberbaumverlag, Berlin 1972, S. 137.

98Siehe: „Über die ununterbrochene Revolutionierung unserer Partei und des Lebens in unserem Land“ (21. Dezember 1968) In: Ebenda, S. 139 ff.

99„Glückwunschtelegramm zum 23. Jahrestag der Befreiung Albaniens“ (28. November 1967) In: Mao Zedong „Texte“, Bd. VI.1, Carl Hanser Verlag, München/Wien 1982, S. 308.

100Vgl. „Über die ununterbrochene Revolutionierung unserer Partei und des Lebens in unserem Land“ (21. Dezember 1968) In: „Aufbau des Sozialismus in Albanien – Schriften zur Weiterführung des Klassenkampfes im Sozialismus“, Oberbaumverlag, Berlin 1972, S. 154.

101 Vgl. Ebenda, S. 151. Die Massenlinie ist übrigens ein von Mao Tsetung entworfenes Prinzip.

102 Ebenda, S. 150.

103 Ebenda.

104 Ebenda, S. 152.

105 Enver Hoxha „Bericht über die Tätigkeit des Zentralkomitees der Partei der Arbeit Albaniens“ (1. November 1971) In: Ebenda, S. 296.

106 „Offener Brief des Zentralkomitees der Partei der Arbeit Albaniens“ (4. März 1966) In: Ebenda, S. 96.

107 Vgl. Ebenda, S. 98.

108 Vgl. Ebenda, S. 102.

109 Ebenda, S. 96.

110 Vgl. Enver Hoxha „Imperialismus und Revolution“, Verlag 8 Nentori, Tirana 1979, S. 476.

111 Vgl. „Beschluss des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas über die Große Proletarische Kulturrevolution“ (8. August 1966) In: „Wichtige Dokumente der Großen Proletarischen Kulturrevolution“, Verlag für fremdsprachige Literatur, Peking 1970, S. 158.

112 Vgl. „Gespräche mit der Nichte des Vorsitzenden, Wang Hairong“ (24. Juni 1964) In: Mao Zedong „Texte“, Bd. V, Carl Hanser Verlag, München/Wien 1982, S. 298 f.

113 Vgl. „Offener Brief des Zentralkomitees der Partei der Arbeit Albaniens“ (4. März 1966) In: „Aufbau des Sozialismus in Albanien – Schriften zur Weiterführung des Klassenkampfes im Sozialismus“, Oberbaumverlag, Berlin 1972, S. 100/101.

114 Vgl. Ebenda, S. 116.

115 Enver Hoxha „Lernen wir die marxistisch-leninistische Theorie in enger Verbindung mit der revolutionären Praxis“ (8. November 1970) In: Ebenda, S. 210.

116 „Offener Brief des Zentralkomitees der Partei der Arbeit Albaniens“ (4. März 1966) In: Ebenda, S. 98.

117 „Äußerung über die Reform der staatlichen Organe und der Zerschmetterung der Ämter für öffentliche Sicherheit, der Staatsanwaltschaften sowie der Gerichte“ (1967) In: Mao Zedong „Texte“, Bd. VI.1, Carl Hanser Verlag, München/Wien 1982, S. 314.

118 Siehe bspw.: „Über die ununterbrochene Revolutionierung unserer Partei und des Lebens in unserem Land“ (21. Dezember 1968) In: „Aufbau des Sozialismus in Albanien – Schriften zur Weiterführung des Klassenkampfes im Sozialismus“, Oberbaumverlag, Berlin 1972, S. 142 f.

119 Ndreci Plesari „Die Vorhut der Revolution und des sozialistischen Aufbaus“ (1972) In: Ebenda, S. 308.

120 Enver Hoxha „Bericht über die Tätigkeit des Zentralkomitees der Partei der Arbeit Albaniens“ (1. November 1971) In: Ebenda, S. 215.

121 Ebenda, S. 293.

122 Vgl. „Rede auf der 3. Plenartagung des VIII. Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas“ (7. Oktober 1957) In: Mao Zedong „Texte“, Bd. II, Carl Hanser Verlag, München/Wien 1979, S. 296 und 300/301. Mao benennt Liu Schaotschi dort nicht namentlich, aber es war bekannt, dass er die These vom „Absterben des Klassenkampfes im Sozialismus“ auf dem VIII. Parteitag der KPCh im September 1956 darlegte und in einer Rede vom April 1957 bekräftigte (Siehe dazu: „Selected Works of Liu Shaoqi“, Vol. II, Foreign Languages Press, Beijing 1991, S. 234 und 279).

123 Siehe: „Reden auf der 10. Plenartagung des VIII. Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas“ (24. bis 27. September 1962) In: Mao Zedong „Texte“, Bd. V, Carl Hanser Verlag, München/Wien 1982, S. 118 f.

124 Siehe: „Beschluss des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas über die Große Proletarische Kulturrevolution“ (8. August 1966) In: „Wichtige Dokumente der Großen Proletarischen Kulturrevolution“, Verlag für fremdsprachige Literatur, Peking 1970, S. 147.

125 Lin Biao „Bericht auf dem IX. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas“ (1. April 1969) In: Ebenda, S. 51.

126 Matthäus 7 In: „Bibel – Neues Testament mit Psalmen und Sprüchen“, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 1999, S. 22.

127 Enver Hoxha „Lernen wir die marxistisch-leninistische Theorie in enger Verbindung mit der revolutionären Praxis“ (8. November 1970) In: „Aufbau des Sozialismus in Albanien – Schriften zur Weiterführung des Klassenkampfes im Sozialismus“, Oberbaumverlag, Berlin 1972, S. 202.

128 „Über die ununterbrochene Revolutionierung unserer Partei und des Lebens in unserem Land“ (21. Dezember 1968) In: Ebenda, S. 165.

129 „Die Ergebnisse der Diskussion über die Selbstbestimmung“ (Juli 1916) In: W. I. Lenin „Werke“, Bd. 22, Dietz Verlag, Berlin 1971, S. 363.

130 Enver Hoxha „Bericht über die Tätigkeit des Zentralkomitees der Partei der Arbeit Albaniens“ (1. November 1971) In: „Aufbau des Sozialismus in Albanien – Schriften zur Weiterführung des Klassenkampfes im Sozialismus“, Oberbaumverlag, Berlin 1972, S. 280.

131 Ndreci Plesari „Die Vorhut der Revolution und des sozialistischen Aufbaus“ (1972) In: Ebenda, S. 320 f.

132 „Die Orientierung der Jugendbewegung“ (4. Mai 1939) In: Mao Tse-tung „Ausgewählte Werke“, Bd. II, Verlag für fremdsprachige Literatur, Peking 1968, S. 285.